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- 30. April 2007 1 Min.
In Berlin findet am 12. Mai ein internationales Treffen über Homophobie statt. Veranstaltet wird das Meeting von Maneo.
Von Christian Scheuß
Seit Jahren schon gibt es in einigen Städten Deutschlands eine Zusammenarbeit zwischen der Polizei und schwulen Anti-Gewalt-Projekten. Vor allem in Berlin gibt es mit Maneo eine langjährige Einrichtung, die sich theoretisch wie praktisch mit Homophobie und ihren Auswirkungen beschäftigt. Trotz aller Aufklärungsarbeit schätzt man nach wie vor die Dunkelziffer der Vorfälle antischwuler Gewalt, die nicht gemeldet werden, als sehr hoch ein. Woran das liegt, das wollte man unter anderem im vergangenen Jahr mit einer Online-Umfrage feststellen, an der sich rund 24.000 Personen beteiligt hatten.
Ergebnisse dieser Umfrage werden erstmals auf der Fachwerkstatt Maneo-Werkstatt 2" präsentiert, die am 11. und 12. Mai in Berlin stattfindet. Das Thema lautet: "Homophobie und schwulenfeindliche Gewalt im öffentlichen Raum: Meldung – Bewertung – Prävention"
Geladen sind dazu Gäste aus Polen, Frankreich und Deutschland. Während am 11. Mai noch die Experten unter sich diskutieren, ist die Tagung am 12. Mai für alle Interessierten zugänglich. Nach mehreren einführenden Referaten gibt es die Möglichkeit, sich auch an zwei Podiumsdiskussionen zu beteiligen.
Maneo Werkstatt 2, Sonnabend, den 12. Mai 2007, 9:00 Uhr, Rathaus Schöneberg, Tagungsbeitrag 20 Euro.
30.04.2007
Links zum Thema:
» Details und Anmeldung zur Maneo-Werkstatt















Es ist auch sehr Realistisch zu sagen, dass das auch mit dem Verfall des Kulturellen Zusammenlebens zu tun hat. Denn unsere Gesellschaft hat sich in den letzten 10 - 15 Jahren massiv in eine Schieflage bewegt. Die "Politik" ändert auch nichts daran, oder, besser ausgedrückt, verkauft das ganze als angeblich Alternativlos und unausweichlich.
Das, obwohl es genug Projekte wie die im Artikel genannten bereits gab. Nur wurde den meisten Projekten aus angeblichen Sparzwängen der Geldhahn zugedreht.
Ob es nun Zukunftsangst, Hohe Arbeitslosigkeit, Armut trotz Arbeit oder einfach nur das Gefühl, wertlos oder Überflüssig zu sein, ist. Diese Gefühle suchen ein Ventil. Dies wird vielfach an vermeintlich "Schuldigen" ausgelassen. Dazu zählen leider immer noch wir, die Schwulen.
Im Umkehrschluss suchen sich leider auch Schwule ein Ventil, denn Armut und Arbeitslosigkeit gibt es auch unter den Schwulen, auch wenn es immer wieder verdrängt wird. dieses Ventil Äußert sich dann in latentem Rassismus und Antisemitismus bis hin zum Wählen von vermeintlichen Heilsbringern oder Eintritt in Rechtsextreme oder Rechtslastige Parteien. Trotz besseren Wissens, sollte man meinen.
Und, es Äußert sich auch in Gewalt. Da werden dann wieder vermeintlich Schuldige an der eigenen Situation auserkoren. Leider ist das eine endlose Spirale nach unten.
Vielleicht wäre es ein Ansatzpunkt, Projekte auf die Beine zu stellen, die nicht nur die Gefahr von Außen bekämpfen(was ich im Übrigen sehr Begrüße, denn in vielen BL ist der Widerstand bei Kommunen sicher massiv), sondern sich auch der Sozialen Schieflage innerhalb der "Community" widmen.