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Brüssel (queer.de) - Europaparlamentarier haben sich nach Angaben der AFP in einem Brief gegen geplanten Aufklärungsunterricht in Kroatien beschwert, der Homophobie fördere. Es soll demnach gelehrt werden, dass Sex außerhalb der Ehe nicht empfehlenswert sei, um Krankheiten zu vermeiden. Das schließe auch schwule Kontakte ein. Die Schüler würden "medizinisch unrichtige und unvollständige Informationen erhalten", so die Euroabgeordneten. Außerdem würde es zur Stigmatisierung von Minderheiten wie Schwulen und Lesben beitragen. Der Lehrplan ist dem Bericht zufolge schon vom Bildungsministerium abgesegnet worden und liegt nun im Gesundheitsministerium. Zu den größten Unterstützern des neuen Sexualkundeunterichts gehört die katholische Kirche.

Kroatien ist noch kein EU-Mitglied, hat aber die Aufnahme beantragt. Das 4,5 Millionen Einwohner zählende Land wird voraussichtlich in zwei oder drei Jahren der Europäischen Union beitreten. (dk)



#1 SaschaAnonym
  • 03.05.2007, 15:22h
  • Diese sicher nett gemeinte und auch wichtige Kritik des EU-Parlaments nützt leider herzlich wenig, wenn sie nicht ganz konkrete politische Konsequenzen nach sich zieht.

    Im Klartext: Wer sich nicht an ganz explizite Regeln hält (die dann auch unmissverständlich zu formulieren wären), der bekommt als Mitglied mindestens kein Geld mehr von der EU oder wird bei Nichtbeachtung wieder ausgeschlossen bzw. im Falle von Anwärterstaaten gar nicht erst in die EU aufgenommen!

    Was glaubt ihr wohl, wie schnell die Homophobie-Welle in Osteuropa dann ein Ende hätte???!!!
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#2 HeikoAnonym
  • 03.05.2007, 15:44h
  • Ich kann Sascha nur Recht geben. Allen EU-Mitgliedern (z. B. Polen, Rumänien, Bulgarien, etc.) und allen Staaten, die EU-Mitglied werden wollen (z. B. Kroatien, Türkei, etc.), muss entsprechende Konsequnzen angedroht und diese auch konsequent durchgeführt werden, wenn sie der Homosexualität nicht die entsprechende Toleranz entgegenbringen. Ja, ich bin so hart und würde auch den Ausschluss aus der EU bzw. die Nichtaufnahme damit verbinden. Maßstab für die Toleranz müssen die westeuropäischen Staaten (z. B. D, NL, DK, etc.) sein.
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#3 seb1983
  • 03.05.2007, 17:21h
  • Und zum X-ten mal: Ein Rauswurf aus der EU ist vertraglich NICHT vorgesehen! Sanktionen sind in gewissem Umfang möglich aber auch hier tritt ein kompliziertes Regelwerk in Aktion. Bei den Defizitverfahren gegen Deutschland und Frankreich hat man aber gesehen dass hier auch nur mit Samthanschuhen rangegangen wird.
    "Mal eben den Hahn abdrehen" ist nicht drin!
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#4 tuxAnonym
  • 03.05.2007, 17:44h
  • Tja, was lernen wir daraus? Es geht eben NUR um WIRTSCHAFTLICHE Interessen. Das Thema Menschenrechte ist nur eine "Randerscheinung"...

    @queer-redaktion: Wie ist denn eigentlich derzeit die Lage der Homosexuellen in Rumänien?
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#5 seb1983
  • 03.05.2007, 19:01h
  • @tux
    Richtig. Um Menschenrechte etc haben sich primär Europarat und KSZE (deren Schlussakte lustigerweise auch von Ländern wie der DDR unterzeichnet wurde) gekümmert, während sich die EWG primär auf wirtschaftliche Themen beschränkte. Inzwischen zwar zur EU aufgepumpt, aber noch immer keine eierlegende Wollmilchsau.
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#6 AndreasAnonym
  • 03.05.2007, 19:44h
  • Ich bin selbst Kroate und sicherlich gibt es vielerorts auch Homophobie im Land. Kann mir nicht vorstellen, dass das tatsächlich so unterrichtet werden soll. Der jetztige Regierung ist eigentlich sehr homofreundlich. Vielleicht sollte Polen mal eine Kritik bekommen. Die sind schon EU-Mitglied und sind nicht besonders gegenüber dem Thema Homosexualität positiv eingestellt.
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#7 RenéAnonym
  • 03.05.2007, 22:12h
  • Ernsthafte frage:
    greift hier eigentlich die euro-verfassung? Daß die wohl noch sehr lange brauchen wird, bis die gesamte eu sie eingeführt hat, ist mir schon klar, aber mal rein hypothetisch!?
    Es kann doch nicht angehen, daß eine vergrösserung der union einhergeht mit solchem schwachsinn. Ich finde, daß solche fundamentalen menschenrechtsfragen nicht einfach mal so umgangen werden können, bzw. daß die eu sowas auch nur ansatzweise tolerieren kann. Gewiss, es gibt schlimmere vergehen, aber das "wehret den anfängen"-motto sollte gerade hier besonders gelten.
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#8 TimAnonym
  • 04.05.2007, 10:40h
  • Ich fürchte, dass - ähnlich wie bei Polen - auch dies für die EU kein Hindernis zur Aufnahme darstellen wird.

    Die Gier zur Erschließung neuer Märkte ist wohl wieder mal bei der EU größer als die Frage demokratischer Grundrechte.

    Und da wundert sich noch jemand, dass die Bürger immer EU-verdrossener werden und die EU irgendwann daran zerbrechen wird...
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#9 SaschaAnonym
  • 04.05.2007, 15:12h
  • @René:

    "Gewiss, es gibt schlimmere Vergehen."

    Was kann bitte schlimmer sein als die Verletzung fundamentaler Menschenrechte und eine derart gefährliche neofaschistische Demagogie???

    Die EU muss in der Tat mehr sein als ein bloßes Wirtschaftsbündnis neoliberaler Prägung. Sofern sie nicht eine politische Union mit hohen sozialen Standards und Menschenrechten für Alle wird, ist sie zum Scheitern verurteilt.
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