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Paris (queer.de) - Nach dem klaren Wahlsieg des konservativen Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy wird es in Frankreich keine Öffnung der Ehe für schwul-lesbische Paare geben. Sarkozy hatte im Wahlkampf gesagt, er lehne sowohl die Ehe als auch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ab (queer.de berichtete). Er könne sich aber vorstellen, Schwule und Lesben in Finanzfragen gleichzustellen. Letzten Monat hatte er außerdem den Vatikan den Vatikan scharf angegriffen, weil die katholische Kirche Homosexualität als Sünde bezeichnet (queer.de berichtete). Das sei "schockierend", so der zukünftige Präsident.

Seine unterlegene Gegenkandidatin, die Sozialistin Ségolène Royal, hatte sich für die Öffnung der Ehe ausgesprochen (queer.de berichtete).

In Frankreich gibt es seit 1999 den pacte civil de solidarité (PACS), eine Art Ehe light, den sowohl homo- als auch heterosexuelle Paare eingehen können. Im Wahlkampf selbst spielten Homo-Themen keine Rolle. Statt dessen stritten die Kandidaten vor allem über die Wirtschaftspolitik.

Sarkozy hatte sich bei einer extrem hohen Wahlbeteiligung gestern mit 53 Prozent der Stimmen klar gegen die Sozialistin Royal durchgesetzt. (dk)



12 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 07.05.2007, 17:17h
  • Schade, ich hatte so auf Segolene Royal gehofft, die die Ehe ja öffnen wollte. Wenn auch noch Frankreich die Ehe geöffnet hätte, wären auch anderswo den Gegnern immer mehr die Argumente ausgegangen...
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#2 luke12Anonym
  • 07.05.2007, 17:33h
  • "Er könne sich aber vorstellen, Schwule und Lesben in Finanzfragen gleichzustellen. Letzten Monat hatte er außerdem den Vatikan scharf angegriffen, weil die katholische Kirche Homosexualität als Sünde bezeichnet. Das sei "schockierend", so der zukünftige Präsident."

    Ach nee, Homosexualtität als Sünde zu bezeichnen ist schockierend, aber Schwulen und Lesben die Öffnung der Ehe zu verweigern, sie aber trotzdem finanziell anzuzapfen, wenn sie in Partnerschaften leben, ist o.k.? Klar, wenn es darum geht, Kohle ran zu schaffen, dann sind auch Konservative sehr tolerant und äusserst kreativ. Jetzt ist mir auch klar, warum Edmund Stoiber zu den ersten Gratulanten gehört hat.
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#3 tuxAnonym
  • 07.05.2007, 18:00h
  • Ich schätze, das die Franzosen noch früh genug merken, welchen Scharlatan sie sich da gewählt haben....
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#4 MaxAnonym
  • 07.05.2007, 18:26h
  • "Schwule und Lesben in Finanzfragen [mit Ehepaaren (Anm.: Unterstellung meinerseits)] gleichzustellen" bedeutet wohl eher Verbesserung der finanziellen Situation von schwulen und und lesbischen Paaren als Anzapfen.
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#5 OliAnonym
  • 07.05.2007, 20:32h
  • Bei allem Gemecker sollte man betonen, dass ein konservativer Spitzenpolitiker sich hierzulande noch nicht so geäußert hat. Wenn sich selbst Herr Sarkozy eine Angleichung im Steuerrecht vorstellen kann, dann ist davon auszugehen, dann heißt dies, dass man in Frankreich schon drei Schritte weiter ist als in Deutschland.
    Hierzulande regiert ja die Union in dieser Frage gegen den Volkswillen und die Mehrheit im Bundestag. Das kann man auch als Erzeugen von Politikverdrossenheit bezeichnen.
    Bemerkenswert auch, dass die CDU jetzt ein Familiensplitting will. Das heißt, bald gibts nach dem Willen der Union steuerrechtlich drei Klassen von Beziehungen: Ehe mit Kind, Ehe ohne Kind und Eingetragene Lebenspartner - und nur die drittklassige Beziehung muss erklassig Steuergelder zahlen. Dabei hat man doch, obwohl man selbst in Detailfragen die Gleichstellung ablehnt, Eingetragene Lebenspartner UND nichteingetragene Homopaare beim Arbeitslosengeld II - also den Nachteilen - gleichgestellt. Komisch, dabei ist man doch gegen Gleichstellung...
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#6 gerdAnonym
  • 07.05.2007, 20:45h
  • Schade-aber da kann man dann nichts machen. Die Mehrheit in Frankreich wollte Sarkozy und immerhin das PACS besteht bereits in Frankreich und wird auch unter Sarkozy bleiben. Status quo bleibt in Frankreich...

    Und in Deutschland, da blockiert die CDU das Steuerrecht...Erbschaftssteuer und Einkommenssteuer bei Lebenspartnern gehören angepasst. Wir haben ein Zweiklassensystem im Steuerrecht.

    Während Linkspartei, FDP und Grüne und auch die SPD ein Reform zugunsten von Lebenspartnern im Steuerrecht anstreben, blockiert die CDU dies. Diskriminierung bis über den Tod hinaus in der Erbschaftssteuer...

    Wir Zeit, dass die CDU in Deutschland endlich dem Drängen aller anderer Parteien im Bundestag nachgibt und einmal an ihren CDU-Bürgermeister von Beust mit Freund in Hamburg denkt.
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#7 luke12Anonym
  • 07.05.2007, 21:12h
  • @ oli

    Aber ja, es gibt in Deutschland CDU-Spitzenpolitiker, die für die Öffnung der Ehe sind. Ole von Beust z. B. lebt selbst offen schwul und spricht sich für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aus.
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#8 Ulli_2mecsProfil
#9 RenéAnonym
  • 08.05.2007, 12:32h
  • Es regt mich ziemlich auf, daß ständig von einem "klaren" Wahlsieg gesprochen wird. Drei Prozent bei zwei Kandidaten ist zwar wahlentscheidend, aber doch nicht extrem viel. Ich habe Royal per Briefwahl gewählt, weil ich überzeugt bin, daß sie generell mehr für Frankreich hätte tun können. Nun gut, jetzt haben wir Sarkozy.
    Immerhin äussert der sich als Konservativer nicht so diskriminierend wie hierzulande die Schwarzen. Die Homoehe wird auch in Frankreich kommen, davon bin ich überzeugt. Er ist als Präsident zwar mächtiger als der deutsche Bundeskanzler, aber trotzdem bestimmt er die Politik nicht allein. Demnächst wird auch noch das frz. Parlament neu gewählt und dann sehen wir weiter.
    Die Präsidentschaftswahl ist in Frankreich ähnlich wie in den USA: eine reine Personenentscheidung.
    Auch ein Sarkozy hält den Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung nicht auf.
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#10 SebiAnonym
  • 08.05.2007, 16:28h
  • @René

    Der Ausdruck "klarer" Wahlsieger ist ja noch einigermaßen milde. Herr Pofaller (CDU) hatte Sarkozy gratuliert und gemeint, das Ergebnis zeige, dass die Linke in Frankreich keine Chance mehr habe, was gut für Frankreich sei....meint Herr Pofaller ;-).
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