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  • 08. Mai 2007, noch kein Kommentar

Im Rahmen des Sommerblut-Festival gilt sie als Geheimtipp, den es zu entdecken gilt. Queer.de sprach mit der Sängerin.

Von Jan Gebauer

Im letzten Jahr musste sie sich noch das Rampenlicht mit der Band Transparent Voices teilen: Johanna May begeisterte 2006 mit ihrer ausdrucksstarken Stimme bei der Sommerblut-Eröffnung "Respektakel" und sang munter ihren Kollegen Jan Tuitman an die Wand. Kein Wunder, dass die Sommerblut-Veranstalter der Sängerin und Schauspielerin 2007 die Gelegenheit geben wollen, ein eigenes Programm zu präsentieren. Am 24. Mai feiert die Kölnerin in ihrer Heimatstadt Premiere: "May-Nacht: Eine Nacht mit Frau May im Mai". Zehn Fragen an die Künstlerin:

1.) Wie bist Du zur Musik und Schauspielerei gekommen und welche Erfolge bedeuten Dir bislang am meisten?

Ich habe als 6-Jährige im "Altermarktspielkreis" einem Kölner Volkstheater à la Millowitsch als kleine dreckige Rotznase debütiert. Nach der Schauspielschule habe ich den Gesang entdeckt und verbinde in meiner jetzigen Arbeit am liebsten beides. Mich hat die Nominierung für den Theaterpreis "Puck" für mein letztes Solo sehr gefreut und ich sehe mein Mitwirken und die Premiere bei Sommerblut auch als persönlichen Erfolg an.

2.) "Bretter, die die Welt bedeuten" - auch für Dich ein passendes Motto?

Ich liebe meinen Beruf natürlich über alles und er spielt sich nun mal auf diesen so genannten "Brettern" ab, aber ich vermeide es ihn verklärend zu betrachten, dazu kenne ich auch die anderen Seiten dieser Arbeit zu genau. Deshalb emfinde ich den Ausdruck "Bretter, die die Welt bedeuten" eher als einen Begriff den Leute benutzen, die eben nicht auf diesen stehen. Die sich vielleicht nicht vorstellen können, wie die Schattenseiten bei allem Rampenlicht aussehen.

3.) "May-Nacht: Eine Nacht mit Frau May im Mai" heißt Dein aktuelles Programm – was genau können die Gäste erwarten?

Das Publikum wird in eine ultimative Nacht im Mai mitgenommen – die Nacht in der alles passieren kann: vom großen Liebeszauber bis zum Grauen des Verlassenwerdens und dem Gefühl von ohnmächtiger Einsamkeit – der leichte verführerische Frühling der mal hält was er verspricht und mal nicht! Die Arbeitenden der Nacht, die sich prostituieren und lustlos strippen oder die, die sich vor Kummer restlos betrinken, die die nicht einschlafen können und die, die sich unendlich sehnen. Ich möchte das Publikum berühren, sich gruseln lassen und vor allem Bekanntes und Allzubekannntes wieder entdecken lassen, was jeder von uns in einer Nacht im Mai schon mal erlebt hat.

4.) Wie wählst Du Deine Lieder aus?

Ich gehe intuitiv vor: Lieder, die ich irgendwo gehört habe, die bei mir hängen geblieben sind. Man entwickelt irgendwann einen Riecher womit man Stimme und Schauspiel am besten vereinen kann und neue Seiten zeigt. Mein Pianist Harald Rutar gibt mir diesbezüglich auch immer wichtige Impulse In der musikalischen Suche ergänzen wir uns ziemlich gut.

5.) Welche Künstler haben Dich am meisten beeinflusst und warum?

Mein Vater Toni May hat mich als Künstlerin nachhaltig beeinflusst. Er war für mich als Kölner Porträtist und Maler, der von Millowitsch bis Kardinal Meisner die gesamte Kölner Lokal-Prominenz gemalt hat, ein großes Vorbild in Sachen Konsequenz, Fleiß und Hingabe und Künstlersein als Berufung.

6.) Du hast in Köln und Hamburg gelebt – wo liegen die Unterschiede?

Mein Heimatherz liegt in Köln. Als im Dom getauftes "Kölsch Mädsche" bin ich hier fest verankert und glücklich in der Südstadt zu leben. Hamburg hat mich erwachsen gemacht. Ich bin auch immer wieder gerne dort, um mein "altes Leben" und Freunde zu besuchen.

7.) Wenn Du Dir auf der Welt drei Orte aussuchen könntest, um Dein Programm zu präsentieren, welche würdest Du wählen?

Gute Frage, da muss ich länger nachdenken. Staatsoper Wien mit den Wiener Philharmonikern – Kurt Weill interpretieren. Auf der Queen Mary II singend durch die Südsee schippern. In einem 20er-Jahre-Club in Shanghai mit rotem Chintz und Spiegeln und roter, runder Bühne die "May-Nacht" präsentieren – am besten mit 8 Tänzern! Und wenn ich schon dabei bin: auf dem Eiffelturm in Paris!

8.) Große Bühne oder kleines Theater – was liegt Dir mehr?

Ich bin offen für alles und stelle mich jeweils der gegebenen Herausforderung.

9.) Wenn Du morgen eine CD aufnehmen könntest, wie würde diese aussehen?

Mit der Band von Frage zehn eine Auswahl von Stücken aus meinem Repertoire und aus der "May-Nacht".

10.) Was ist Dein Wunsch oder Traum für Deine Musik, den Du gerne einmal umsetzen möchtest?

Ich möchte gerne mal das Vergnügen haben mit einem Orchester zu spielen – Musik zu machen ist immer wieder ein magischer Prozess, so dass ich es mir sehr spannend vorstelle ihn mit so vielen einzelnen Teilelementen wie möglich zu kreieren und gemeinsam zu erleben. Und ich arbeite an eigenen Texten, so dass ich irgendwann komplett eigene Songs präsentieren werde. Das wäre mein nächstes größeres Ziel.

"May-Nacht - eine Nacht mit Frau May im Mai", Piano: Harald Rutar, Horizont Theater, Köln, Donnerstag, 24. Mai (Premiere), 31. Mai, Beginn: jeweils 20:00 Uhr, Karten: 16 Euro, ermäßigt 10 Euro

8. Mai 2007