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  • 18. Mai 2007, noch kein Kommentar

Bezaubernder Jazz mit leichter Folk-Note von einer Finnin, die in Berlin lebt: Tuomi und "The Expense of Spirit".

Von Jan Gebauer

Der hohe Norden und seine Jazz-Leidenschaft dürfte seit den internationalen Erfolgen von Silje Nergaard (Norwegen) oder Viktoria Tolstoy (Schweden) hinlänglich bekannt sein. Die Finnen haben nun mit (Kristiina) Tuomi eine Sängerin am Start, die von Berlin aus die Musikwelt erobern will. Wurde ja auch Zeit, denn ansonsten ist der letztjährige Eurovisionsgewinner hauptsächlich für harte Rock-Kost wie Him oder Apocalyptica bekannt. Die wunderbare Carola Standertskjöld (1941-97) war einst die erste finnische Jazz-Sängerin, die internationale Reputation erlangte, wenn auch in relativ bescheidenem Maße.

Tuomi konnte mit ihrem Debüt "Tightrope Walker" (2005) bereits viel Kritikerlob einstecken. Auch auf dem Nachfolger "The Expense Of Spirit" erweisen sich Tuomi und ihre beiden musikalischen Mitstreiter Pianist Carsten Daer und Kontrabassist Carlos Bica mit einer kunstvollen wie spielerisch leichten Verquickung von jazz-affinem Pop, Shakespeare-inspiriertem Kunstlied und südländischer Harmonik als schwindelfrei: Souverän tritt der natürliche Sopran von Tuomi mit Daerrs leuchtendem Klavierspiel und Carlos Bicas singendem Kontrabass in Dialog und lässt Lieder voller Transparenz und lyrischer Feinheiten entstehen, die den Zuhörer fordern, verführen und faszinieren. Dabei treten auch immer wieder Tuomis Einflüsse von Kate Bush bis hin zu Björk oder Sting hervor. Ein schönes, elegantes zweites Album, dass hoffentlich den Durchbruch bringt.

18. Mai 2007