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  • 30. Mai 2007, noch kein Kommentar

Paul McCarthy und die Flämischen Primitiven – zwei Ausstellungen lohnen die Fahrt nach Antwerpen und Brügge.

Von Christian Eckel

Echte Museenfans scheuen nicht davor, Hunderte Kilometer zurückzulegen, um spektakuläre Ausstellungen persönlich in Augenschein zu nehmen. Das dürfte in diesem Monat in besonderem Maße für die Paul McCarthy- und die Flämischen Primitiven-Expositionen in Antwerpen und Brügge gelten ...

Mangelnden Mut kann man den Machern des Middelheimmuseums in Antwerpen nun wirklich nicht vorwerfen. Mit dem provokanten Künstler Paul McCarthy haben sie sich ein echtes enfant terrible der internationalen Kunstszene ins Haus geholt. Schon Anfang der 70er Jahre erregte er Aufsehen als er seinen Körper als Material einsetzte. Er hantierte mit typisch amerikanischen Produkten wie Ketchup oder Mayonnaise, die er mit eigenen Körperausscheidungen zu Soßen vermischte – es sollte eine Attacke gegen die konservativen Familienwerte des "american way of life" und die von den Medien manipulierte Gesellschaft sein. Auch Sex und Gewalt spielen eine große Rolle in den Werken McCarthys. Da Middelheim ein Freilichtmuseum ist, ist es dem 52-jährigen Künstler möglich, dort eine ganze Gruppe aufblasbarer Skulpturen aufzustellen, die McCarthy seit den 70er Jahren geschaffen hat. Eine von ihnen ist gar bis zu 30 Meter hoch. Eine extravagante Ausstellung, die einen spannenden Dialog mit den Werken des Künstlers verspricht ...

Die Flämischen Primitive und der Exotismus stehen dagegen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die noch bis zum 7. Oktober im Groeningemuseum in Brügge zu bewundern ist. Der Titel "Flämische Primitive" entstand im 19. Jahrhundert und bezeichnet die Malerschulen, die zwischen der Gotik und dem Manierismus in den südlichen Niederlanden und Flandern zur Blüte kamen. Die bedeutendsten Künstler dieser Periode sind Jan Van Eyck, Dirk Bouts, Rogier van der Weyden, Hans Memling und Hieronymus Bosch. Im Mittelpunkt dieser Exposition steht die Frage, wie die "Flämischen Primitiven" mit ihnen bis dato fremden Kulturen umgingen und wie sie sie in ihren Gemälden verarbeiteten. Exotische Tiere, fremde Rassen, andere Religionen und unbekannte Pflanzen standen dabei im Zentrum der künstlerischen Phantasie. Die Ausstellung beantwortet aber auch die Frage, woher die Künstler in der damaligen Zeit überhaupt ihre Informationen über die neue, fremde Welt bekamen. Das Groeningemuseum, selbst ein historisches Kleinod, liegt zentral im Herzen von Brügge und wurde im Jahr 2002 vollständig renoviert.

Besonders für Teilnehmer und Besucher der Eurogames in Antwerpen (12. bis 15. Juli) bietet es sich also an, sich abseits der sportlichen Aktivitäten dem reichen kulturellen Angebot von Flandern zuzuwenden. Es lohnt sich!

Paul McCarthy im Middelheimmuseum
noch bis 28. Oktober 2007, Eintritt frei
Middelheimlaan 61, Antwerpen

"Flämischen Primitiven" und der Exotismus im Groeningemuseum
noch bis 7. Oktober 2007
Dijver 12, Brügge


31. Mai 2007