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  • 01. März 2004, noch kein Kommentar

Bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag in Hamburg hat die CDU unter dem schwulen Bürgermeister Ole von Beust einen triumphalen Wahlsieg errungen und kann alleine die Regierung stellen. Alle Parteien schicken schwule Politiker in die neue Bürgerschaft.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte die CDU einen Rekordzuwachs von 21 Prozentpunkten und kann mit 47,2 Prozent bzw. 63 Sitzen erstmals in der Geschichte der Hansestadt alleine regieren. Die SPD fiel dagegen auf ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis in Hamburg von nur noch 30,5 Prozent. Die mit dem ehemaligen Wirtschaftssenator Thomas Mirow als Spitzenkandidat angetretene SPD stürzte um genau sechs Punkte und hat jetzt nur noch 41 Sitze (bisher 46) ab. Die Grün-Alternative Liste konnte sich deutlich um 3,7 Punkte auf 12,3 Prozent (11 auf 17 Mandate) verbessern, verfehlte aber ihr Ziel eines Wiedereinstiegs in den Senat. Beide Schill-Parteien und die FDP scheiterten an der 5-Prozent-Hürde.

Fünf Schwule gewählt

Neben dem Oberbürgermeister Ole von Beust und seinem jetzigen Justizsenator Roger Kusch, die vom ehemaligen Innensenator Ronald Schill geoutet worden sind, ziehen drei weitere offen schwule Abgeordnete in die Bürgerschaft ein. Der schwule SPD-Politiker Lutz Kretschmann, von seiner Partei auf den Listenplatz 40 gesetzt, zieht offenbar in die Bürgerschaft ein, ebenfalls wie der schwule Grünenpolitiker Farid Müller, den seine Partei Platz 12 der Landesliste setzte.

Auch der 30-jährige Jugend- und Sozialpolitiker Roland Heintze (CDU) wurde mit dem Listenplatz 50 in die Bürgerschaft gewählt, er ist der stellvertretende Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU).

Dragqueen besser als PRO

Dragqueen Olivia Jones konnte 4.400 Stimmen gewinnen, mehr als die ehemalige Schill-Partei PRO. Jones erhielt 0,5 Prozent der Stimmen, die einstige Schill-Partei nur 0,4 Prozent, gefolgt von 0,3 Prozent bei NPD und 0,2 Prozent bei der Partei Bibeltreuer Christen. Zwischen Jones und FDP landete noch die linke Liste Regenbogen und Die Grauen mit jeweils 1,1 Prozent. Olivia Jones sieht ihre politische Karriere jedoch noch nicht beendet: "Als außerparlamentarische Abgeordnete der Herzen mische ich mich künftig in den alltäglichen Irrsinn der Hamburger Politik ein", so die Dragqueen in einer Mitteilung. (nb/pm)