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- 01. Juni 2007 2 Min.
Montréal (queer.de) - Eine 20-Jährige hat eine Schwulenbar im kanadischen Montréal verklagt, aus der sie wegen ihres Geschlechtes hinausgeworfen worden war. Audrey Vachon wollte Anfang der Woche in der Lederbar "Le Stud" ihren Vater treffen. Ein Angestellter habe sie dann aber aufgefordert, die Kneipe zu verlassen, weil Frauen nicht erwünscht seien. "Ich war wütend, als das passiert ist", erklärte Gilles Vachon, der Vater der 20-Jährigen, dem "Toronto Star". "Wir hätten wohl warten sollen, bis sie die Polizei holen, um uns hinaus zu eskortieren."
"Le Stud"-Besitzer Michel Gadoury verteidigte die Praxis gegenüber "Radio Canada". Seine Gäste wünschten, unter sich zu bleiben. Außerdem gebe es einmal die Woche eine "Lady's Night".
Der Vorfall wird in der kanadischen Presse kontrovers diskutiert. So fragte die Zeitung "Globe and Mail" gestern: "Dürfen Minderheiten diskriminieren" - und ließ die Antwort offen. Nach der intensiven Berichterstattung besuchte gestern ein Dutzend Frauen gemeinsam "Le Stud". Im Interview mit dem Fernsehsender CTV erklärten sie, sie seien bedient worden, allerdings habe man sie eher kühl behandelt. Mit der Aktion wollten sie für Recht auf Gleichbehandlung eintreten, erklärten die Teilnehmerinnen.
Mit dem Fall beschäftigt sich nun die Menschenrechtskommission von Québec.
Die Provinz hat 1977 als erste Region Kanadas Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung verboten. (dk)
Mehr zum Thema:
» Australien: Homo-Bar darf diskriminieren (queer.de vom 29.5.07)














Allerdings erinnert uns der von den reaktionären Mainstream-Medien propagierte Diskriminierungsbegriff daran, dass wir in einer durch und durch heteronormativen Gesellschaft leben, in der Menschen, die anders sind, weiterhin auch um ihre legitimen Rückzugsräume kämpfen müssen.