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  • 18. Juni 2007 19 2 Min.

In Berlin startet eine neue Flyerkampagne und ein Kreativ-Wettbewerb. Damit soll der Gewalt gegen Schwule vorgebeugt werden.

Von Carsten Weidemann

Ein Schimpfwort macht unliebsame Karriere, besonders unter Jugendlichen: "Schwule Sau!", laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Platz 1 der meistgebrauchten Schimpfworte in Deutschland. "Schwule Sau!", ein Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht und die auf Gleichheitsgrundsätzen aufbauende Solidargemeinschaft.

Sogar TV-Shows, Klamotten oder Mobiltelefone werden beliebig als "schwul" verschmäht, nur weil ihnen gegenüber Herabwürdigung, Verachtung und Entwertung ausgedrückt werden soll. "Schwule Sau!", für viele längst salonfähiger, gar harmloser Jugendslang. Kein Wunder also, dass Jugendliche sich nur selten trauen, offen zu sagen "Ich bin schwul, na und?!", obwohl es rein statistisch in jeder Schulklasse ebenso einen schwulen Jungen wie ein lesbisches Mädchen gibt. Zu groß die Angst, gemobbt zu werden oder "was auf die Schnauze" zu kriegen. Nicht ohne Grund: Jeden Tag werden Homosexuelle in Deutschland mit Beleidigungen und offener Gewalt konfrontiert.

Mit einer fünfteiligen Flyer-Serie greift in Berlin das Antigewaltprojekt MANEO dieses und weitere homophobe Schimpfworte auf und wirbt für den MANEO-Kreativpreis 'Hands of Courage' 2008. Ein Ideenwettbewerb für Teens und Twens.

Schüler und Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 25 Jahre sind aufgerufen, sich kreativ mit dem Thema "Homophobie, Männlichkeit und Gewalt" auseinanderzusetzen und hierzu eigene Ideen zu entwickeln, umgesetzt z.B. in Kurzfilmen, Fotografien, Kurzgeschichten, Tanz- oder Musikvideos. Der Ideenwettbewerb versteht sich als Berlin-open, so dass auch Beiträge aus ganz Deutschland berücksichtigt werden. Eine unabhängige Jury sichtet alle bis zum 30.04.2008 eingereichten Beiträge und benennt die PreisträgerInnen der vier Wettbewerbskategorien. Die 20 interessantesten Beiträge werden nach Berlin eingeladen und auf einer großen Award-Party am 13.05.2008 präsentiert.

18.06.2007

-w-

#1 hwAnonym
#2 konradAnonym
  • 18.06.2007, 13:10h
  • Wie kann jemand so bescheuert sein, einen Flyer mit der Botschaft „Schwule Sau“ unters Volk zu bringen? Vermutlich auch noch mit meinen Steuergeldern mitfinanziert.
    Was soll dabei herauskommen?
    Das ist doch voll krank.
    Glaubt im Ernst jemand, wenn ich ein Schimpfwort den Leuten gedruckt unter die Nase halte, würde es weniger oft benutzt?
    Doch wohl eher umgekehrt. MANEO fördert genau das, was sie angeblich vermeiden wollen!!

    Ich muss das verstärken, was ich will und nicht das, was ich nicht will.
    Eine sinnvolle Botschaft wäre z.B. „Schwul – na und“, „Schwul ist prima“ oder so ähnlich.
    Aber doch nicht so ein Schwachsinn.
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#3 SaschaAnonym
  • 18.06.2007, 15:03h
  • Ein weiteres hervorragendes Projekt von MANEO!

    DAS sind die Themen, die über den Lebensalltag gerade junger Homosexueller wesentlich entscheiden!

    Es ist ein Skandal, dass die von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft gefundenen Ergebnisse nicht zu drastischen Konsequenzen in der deutschen Bildungs- und Antidiskriminierungspolitik führen. Wir brauchen endlich eine gezielte und entsprechend institutionalisierte Anti-Gewalt- und Antidiskriminierungspolitik in den Schulen, die junge Homosexuelle vor körperlicher und anderen, subtilen Formen der Gewalt schützt.

    An geeigneten Ansätzen und Beispielen aus anderen Ländern mangelt es da wahrlich nicht, wohl aber an politischem Willen!!!
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