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- 22. Juni 2007 2 Min.
Einen Kuss-Marathon veranstalteten Berliner Schwule und Lesben auf offenen Plätzen der Stadt. Das gefiel nicht allen, aber uns.
Von Carsten Weidemann
Unter dem Motto "protect every kiss" zog der MANEO Kuss-Marathon am Internationalen Tag gegen Homophobie (17. Mai) quer durch das Berliner Stadtgebiet. In acht Bezirken wurden verschiedene Orte, die als "kein leichtes Pflaster" für offen auftretende Schwule und Lesben bekannt sind, zum Schauplatz eines jeweils etwa 15-minütigen demonstrativen Kiss-Ins: Rathaus Köpenick, Hermannplatz (Neukölln), Kottbusser Tor (Kreuzberg), Landsberger Alle/ Velodrom (Pankow), S-Bhf.-Vorplatz Gesundbrunnen (Wedding), Kurt-Schumacher-Platz (Reinickendorf), Rathaus Spandau und Nollendorfplatz (Schöneberg).
Zahlreiche überraschte Schaulistige säumten die ungewohnten Szenerien, als die insgesamt rund 50 Teilnehmenden in innigen Umarmungen mit ihren Partnern bzw. Partnerinnen versanken – und einander auf offener Straße, am helllichten Tag küssten. Was zunächst banal anmuten mag, sollte es doch gemeinhin "keine große Sache" sein, erregte die Gemüter: Aus 17-jähriger Erfahrung weiß MANEO, dass Homosexuelle immer noch schief angeguckt oder auch beschimpft, bedroht und nicht selten sogar Opfer von körperlicher Gewalt werden. So stieß die Aktion vielerorts auf unverhohlene Ablehnung; die Reaktionen reichten von "Igitt, scheiß Schwuchteln!" bis hin zu "Verpisst euch!". Die Stoßtrupps der Demonstration wurden zeitweilig von bis zu einem Dutzend Polizeibeamten begleitet.
Doch es waren auch positive Stimmen zu vernehmen, z.B. "Soll doch jeder machen was er will!" oder sogar "Find ich gut, dass diese Jungs und Mädels auch hier Flagge zeigen!" Das queere Berliner Stadt-magazin Siegessäule würdigte den MANEO Kuss-Marathon als "dezentralen Mini-CSD": "Allein für die Umsetzung dieser Idee hätte MANEO den Zivilcourage-Preis des CSD verdient."
22. Juni 2007
Links zum Thema:
» www.maneo-toleranzkampagne.de














