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  • 27. Juni 2007 46 2 Min.

Berlin (queer.de) - Nur wenige Tage, nachdem der kleine Parteitag der Berliner FDP sich für die rechtliche Gleichstellung von schwul-lesbischen Paaren ausgesprochen hat (queer.de berichtete), empörte sich die Bildungsexpertin der Partei, Mieke Senftleben, über fortschrittliche Aufklärungsarbeit über Homosexualität an den Berliner Schulen.

Ins Visier der Abgeordneten sind Rollenspiele für Schüler ab der 9. Klasse geraten, die das Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) entwickelt hat. So heißt es in einem Spiel für den Unterricht: "Du sitzt an der Theke einer Schwulenbar und könntest heute eigentlich einen hübschen Mann in deinem Bett gebrauchen. Ein Neuer betritt den Raum, den du eigentlich ganz schnuckelig findest. (Wie) ergreifst du deine Chance?"

Mieke Senftleben ist empört: "Aufklärung über Homosexualität, Diskriminierung und Intoleranz muss sein. Aber ich halte solche Themen in den Rollenspielen für Jugendliche für völlig daneben! Schließlich handelt es sich hier um 14- bis 15-jährige Schüler." Die FDP-Politikerin forderte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) auf, "diese Unterrichtsmaterialien dringend zu hinterfragen und zu durchforsten und neue Materialien für den Unterricht zu entwickeln."

Der Bildungssenator meinte zwar, von den Autoren der Aufgaben sei "ein schülernaher Sprachgebrauch aufgegriffen worden", zog jedoch im Gespräch mit der Tageszeitung "BZ" zugleich den Schwanz ein: "Ich werde allerdings die Redaktion bitten zu prüfen, ob die gleichen Ziele nicht auch durch eine weniger saloppe Wortwahl erreicht werden können."

Mieke Senftleben ignoriere die Realitäten an den Schulen vollkommen, wies indes der Berliner Lesben- und Schwulenverband (LSVD) die Kritik an dem Rollenspiel zurück und bot der Berliner FDP "Nachhilfeunterricht zur Diskriminierung Homosexueller" an. "Dabei werden wir auch gerne die Frage erörtern, ob das gleiche Rollenspiel in einer heterosexuellen Bar mit einem heterosexuellen Paar dieselbe wohlfeile Empörung hervorgerufen hätte", so LSVD-Pressesprecher Alexander Zinn. (mize)

-w-

#1 SaschaAnonym
  • 27.06.2007, 13:27h
  • Und wieder einmal wird deutlich, was die Neoliberalen und Neokonservativen unter "Gleichstellung" von Homosexuellen verstehen - nämlich allenfalls die formaljuristische Gleichberechtigung eines Rechtsinstituts zweiter Klasse, vielleicht noch mit der großzügigen Draufgabe des Adoptionsrechts.

    Dabei sind es allein Maßnahmen in den Schulen wie die hier zitierte, die das individuelle und kollektive Bewusstsein in dieser Gesellschaft effektiv und nachhaltig verändern und eine wahrhaftige Kultur des Respekts zu begründen vermögen.

    Vielleicht nimmt der LSVD das als Denkanstoß, um die Aufklärungs-, Antidiskriminierungs- und Anti-Gewalt-Arbeit in deutschen Schulen und deren umfassende Institutionalisierung endlich ganz oben auf seine Agenda zu setzen.
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#2 tobi85Anonym
  • 27.06.2007, 14:33h
  • wäre auf das vom lsvd vorgeschlagene rollenspiel gespannt. handlungsort ist dann keine schwulen sondern eine hetenkneipe am besten noch in einem viertel welches für seine mann-frau gastronomien/buchläden/shops bekannt ist. ich wette in diesem szenario würde das männchen nichts für eine nacht suchen sondern die frau fürs leben.
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#3 wolfAnonym
  • 27.06.2007, 14:42h
  • miefke hat völlig recht, im neuen berlin, im neuegestalteten deutschland, sitzt man in einer rauchfreien milchbar und nippt am alkfreien nitecup.
    da gibt es sowas nicht wie anmache, nicht bei den neosterilen, denn verhütet wird sowieso und für den deutschen nachwuchs sorgen ohnehin die ausländer, die lassen sich auch besser im niedriglohnsektor unterbringen, damit wir uns besser um die altersvorsorge kümmern können.
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