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- 28. Juni 2007 2 Min.
Gewalt ist auf dem Vormarsch. Solange wir Schwulen isoliert im Ghetto lebten, fühlten sich die Heteros nicht von uns bedroht.
Von Jürgen Friedenberg
Die Gewalt ist auf dem Vormarsch. Nicht nur in den von Bürgerkriegen und Terror erschütterten Staaten, sondern auch bei uns, ja überall: in der Schule, im Betrieb, auf der Straße. Brutale Gewaltdarstellungen beherrschen das Fernsehen und dringen übers Internet anscheinend unaufhaltsam selbst in Kinderzimmer ein. Immer mehr Jugendliche spielen das nach, was ihnen in harten Pornos so verlockend serviert wird, als sei dies alles ganz normal und gehöre zum modernen Leben einfach dazu. Der "Stern" beschwört in einer wissenschaftlich fundierten Reportage eine "sexuelle Verwahrlosung", die "Zeit" stellt in einem nicht minder gründlichen Dossier über "Schwulsein heute" fest, dass die angebliche Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben neuerdings in Hass und Gewalt gegen Homos umschlägt.
Wieso das? Hat man etwa vergebens gehofft, dass die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften die Homosexualität auch in der Bevölkerung endlich "gesellschaftsfähig" machen würde? Erweisen sich die Jahrhunderte lang gehegten und gepflegten Vorurteile und Feindbilder noch immer als stärker? Mag sein. Die Brutalisierung des Sexuallebens, die auch und gerade Heten trifft, deutet aber auf tiefere Ursachen hin: etwa auf den weit verbreiteten Verlust der Fähigkeit, zärtliche Gefühle zu zeigen und zu leben. Das anerzogene, falsche Männerbild – die harte Männlichkeit – macht dies vielen Männern so schwer. Und der Neid der Heten auf die Schwulen, die zärtliche Gefühle eher zulassen, führt rasch zu Hass und Gewaltausbrüchen.
Solange wir Schwulen gesellschaftlich isoliert in einer Art Ghetto lebten, sahen sich die Nichtschwulen von uns nicht bedroht. Jetzt aber, wo die alten Grenzzäune gottlob gefallen sind, gibt es Ängste vor dem Fremdartigen, manchmal auf beiden Seiten. Diese Ängste schwinden nur, wenn man sich selber und auch den anderen besser kennen lernt. Letztlich sehnen sich Homos und Heten nach liebevoller Geborgenheit. Deshalb: Retten wir die Zärtlichkeit! Denn Zärtlichkeit erschließt die wahren Wonnen der Liebe und lässt die zärtlich Liebenden ein Lebensglück jenseits von Kommerz und Gewalt erfahren.
28. Juni 2007














das spricht mir als buddhist aus dem herzen, gerade auch für kinder und heranwachsende, zärtlichkeit, zärtlichkeit
ein leben lang, ein buch zu jedem anlass:
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