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Nach dem Bruno Gmünder Verlag versucht sich jetzt auch Männerschwarm im Gerne der Einhandliteratur

Von Christian Scheuß

Erotische Storys zu lesen kann tierisch anmachen aber auch schrecklich abtörnen. Es kommt nicht nur auf die Story an, auch die Wortwahl muss stimmen. Wenn andauernd von Boysahne, Rohrkolben und anderen technischen Gerätschaften die Rede ist, wirkt das eher unfreiwillig komisch denn geil. Abhilfe naht nun vom Hamburger Verlag MännerschwarmSkript.

Dort schickt man rechtzeitig zu den erwachenden Frühlingsgefühlen im März den Roman "Davids Sommer" ins Land. Das erste Buch aus dem Verlag, das in die Rubrik "Einhandliteratur" gehört. Ein Genre, dass man bislang dem Bruno Gmünder Verlag überlassen hat. Der Grafiker hat bei der Gestaltung des Covers auch gleich tief in die Kiste mit den Symbolen gegriffen und einen Button mit einer Hand oben links auf den viel versprechenden Titel gesetzt. "Die Verkäuflichkeit von Erotik ist natürlich ein Argument", begründet Detlef Grumbach von MännerschwarmSkript diesen ersten Ausflug ins pornografische Gefilde. "Aber wir haben hier einfach auch eine intelligente Geschichte, hinter der wir stehen."

Prickeln wie in einem Cazzo-Porno

Niveau von hinten also. Erzählt wird die Geschichte des 22-jährigen David, der frisch nach Berlin gezogen ist. Durch seinen Vermieter Michael und dessen Exfreund Mauro wird David nun tiefer in die Geheimnisse der Stadt eingeweiht. In einer sich langsam steigernden Dramaturgie folgt die Geschichte Davids Entdeckungen, dem sommerlichen Treiben am Kiefernsee, den langen Nächten im Kreuzberger Club, bis zum großen Finale an Davids 23. Geburtstag mit Mauro und seinen Freunden. Berlinkenner werden die Cruising-Plätze und die Szenekneipen wieder erkennen, was der Story Authentizität verleiht. Tatsächlich prickelt es ordentlich auf den Seiten, manchmal kommt man sich vor, wie in einem Cazzo-Porno. Zudem spielt der Autor immer wieder ironisch damit, dass er sich eben nicht der abgedroschenen Sexsprache bedienen mag, sondern versucht, die Ausschweifungen direkt und unverblümt beim Namen zu nennen.

Die erotischen Abenteuer Davids hat sich Fabian Kaden ausgedacht. Hinter diesem Pseudonym steckt ein bekannter Berliner Schriftstellers, der nach eigener Aussage mit der Figur des David für sich ein "neues Fenster öffnet, um einmal ganz anders in die Welt zu schauen." Wer es ist, will der Verlag noch nicht ausplaudern, allerdings gibt es eine Fährte. "Fabian Kaden ist angeblich die Figur aus einem anderen Roman des Autoren", verrät Detlef Grumbach. Vielleicht sollte MännerschwarmSkript einen Preis ausloben: Wer den Namen des betreffenden Romans nennen kann, gewinnt eine Nacht mit dem Autoren...

Fabian Kaden, Davids Sommer, MännerschwarmSkript, geb. 140 S., 12,50 Euro



#1 Heinz H.Anonym
  • 04.04.2004, 18:58h
  • Ein absolut klasse Buch - erotisch, spannend und sehr gut geschrieben! Wirklich zu empfehlen!
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#2 ManfredAnonym
#3 MalteAnonym
#4 leksAnonym
  • 10.04.2005, 19:11h
  • habe das buch GELESEN. erotisch ist es schon - dies ist aber nicht die einzige Stärke des Romans. Was mich vielmehr fasziniert hat war die Sprache. Endlich mal ein Buch bei dem du dir nicht als gehirnamputierter-schwanzgesteuerter-notgeiler Spanner vorkommst, sondern ein kultivierter Mensch der sich zufällig etwas Anders bettet. Kann jedem nur empfehlen.
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