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  • 18. Juli 2007 7 2 Min.

Dublin (queer.de) – Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern hat versprochen, noch in dieser Legislaturperiode Eingetragene Partnerschaften einzuführen. Das hat Ahern bei der Eröffnung eines schwul-lesbischen Zentrums in der Hauptstadt Dublin erklärt. Seine Regierung werde "so schnell wie möglich" einen Gesetzentwurf ins Parlament einbringen: "Diese Regierung macht es zu einer ihrer Hauptaufgaben, die Bedingungen für gleichgeschlechtliche Paare zu verbessern." Man müsse nur noch auf ein Urteil des obersten Gerichtshofes warten. Ein lesbisches Paar hatte zuvor geklagt, weil Irland ihre in Kanada geschlossene Ehe nicht anerkannt hat.

Die Regierung hatte noch im Februar ein von den oppositionellen Sozialdemokraten eingebrachtes Gesetz für Eingetragene Partnerschaften abgelehnt, weil dieser Entwurf gegen die Verfassung verstoßen würde (queer.de berichtete). In der irischen Verfassung steht die Ehe unter besonderem Schutz, ohne allerdings genauer definiert zu werden.

Umfragen zufolge spricht sich eine klare Mehrheit der Iren für Eingetragene Partnerschaften aus (queer.de berichtete). Dabei ist dort Homosexualität erst seit 1993 entkriminalisiert worden.

Eingetragene Partnerschaften gibt es auf der Insel bislang nur in der zu Großbritannien gehörenden Provinz Nordirland. Diese "Civil Unions" beinhalten im Gegensatz zum deutschen Lebenspartnerschaftsgesetz die gleichen Rechte und Pflichten wie die heterosexuelle Ehe.

Ahern, Chef der konservativen Partei Fianna Fáil wurde erst im Juni wiedergewählt. Er führt eine Koalition mit den Grünen und einer kleinen liberalen Partei. (dk)

-w-

#1 holgerAnonym
  • 18.07.2007, 12:14h
  • .... und deutschland wird immer mehr zum entwicklungsland der homo-politik. es ist zum kotzen
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#2 gerdAnonym
  • 18.07.2007, 14:53h
  • Diesmal könnte es in Irland wirklich klappen, denn die Grünen sind in Irland mit in der Regierung, was in der letzten Regierung unter Ahern nicht der Fall war. Und ohne die Grünen ist keine Mehrheit der Regierung vorhanden und die Grünen in Irland sind somit das "Zünglein an der Waage".

    Es wäre wirklich gut, wenn mir Irland das letzte westeuropäische Land auch die Homo-Ehe ("Civil Union") einführen würde, dann hätte es ganz Westeuropa endlich geschafft.

    Hier in Deutschland haben wir zwar bereits die Homo-Ehe, aber wir werden vom Staat "abkassiert": Erbschafts- und Schenkungssteuer, Grunderwerbssteuer, Einkommenssteuer...überall sind steuerliche Regelungen die uns diskriminieren und uns jedes Jahr Geld nehmen.

    Jedenfalls da darf man dann auf Irland gespannt sein, ob die Grünen dort in der Regierung Druck machen.
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#3 cole12Anonym
  • 18.07.2007, 17:44h
  • Langsam, langsam Kollegen, ich bin zur Hälfte Ire und ich habe lange dort gelebt. Ahern hat sich bis jetzt immer sehr schwammig geäußert, wenn es um homosexuelle Belange geht. Dass Homosexualität erst seit 1993 entkriminalisiert ist, hat einen Grund. Auch wenn Umfragen immer wieder etwas anderes sagen, die Realität sieht anders aus. Das sind Umfrageergebnisse, die wohl zu einem grossen Teil aus den Städten Galway und Dublin stammen. Sonst kann ich mir das nicht erklären.

    Ich komme aus einem kleinen Dorf, wo es eine Ehre ist, wenn der Pfarrer sonntags zum Essen kommt und die Familie in jeden Gottesdienst rennt. Homosexualität ist Sünde und das lassen die Leute auf dem Dorf auch gern jeden spüren, der sich dann doch traut, offen zu leben. Irland ist sicher auf einem guten Weg, aber bis jetzt gibt es ja auch noch nichts konkretes. Erst mal Abwarten, ob Ahern sein vollmundiges Versprechen auch wahr macht und die irisch katholische Liga die Füsse still hält.
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