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  • 20. August 2007 27 2 Min.

Endlich mal ein Reggae-Musiker, der die Homophobie seiner Kollegen nicht mitmacht und sie offen kritisiert.

Von Carsten Weidemann

Der Reggae-Sänger Gentleman sieht sich als Kämpfer gegen die deutschen Porno-Rapper. "Ich spüre eine Verantwortung. Gerade weil in meinem Publikum viele junge Leute sind, sollen meine Texte ein Gegensatz zu dem sein, was im deutschen Hiphop sonst gerade abgeht", sagte Gentleman im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Den Medien wirft der Sänger "Doppelmoral" im Umgang mit Pornorappern vor: "Wenn es nur noch um Provokation geht, wenn Frauen in Songtexten vergewaltigt werden und die Leute, die das geschrieben haben, von den Medien auch noch gehyped werden. Dann frag ich mich, was ist das für eine Doppelmoral?" Gleichzeitig würden Künstler aus Jamaika von Festivals ausgeladen, die vor Jahren vereinzelt schwulenfeindliche Texte gesungen hätten.

Homophobie sei in der jamaikanischen Gesellschaft tief verankert. "Diese Schwulenfeindlichkeit stört mich extrem", sagt Gentleman. "In meinen Texten werden keine Minderheiten gedisst, sondern unterstützt."

Gentleman, 32, gilt als einer der erfolgreichsten Reggaemusiker der Welt. Für sein Album "Journey to Jah" erhielt er 2003 den Musikpreis Echo, den er 2005 als "Bester nationaler Künstler" erhielt für seine Alben. Sein Album "Confidence" stieg 2004 in Deutschland auf Anhieb auf 1 und verkaufte sich weltweit. Auch in Jamaika, im Mutterland des Reggae, ist Gentleman anerkannt. Sein neues Album "Another Intensity" kommt am 24. August auf den Markt.

Da Gentleman der erste Reggae-Sänger ist, der sich so deutlich von Sexismus und Homophobie distanziert hat, erhält er von uns den Homo-Orden.

20.08.2007

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-w-

#1 classlessAnonym
  • 20.08.2007, 14:30h
  • Zumindest nach dem, was hier im Artikel von Gentleman zitiert wird, spielt er die Homophobie von jamaikanischen Künstlern herunter ("vor Jahren vereinzelt schwulenfeindliche Texte") und erklärt sie zum Nebenproblem angsichts der deutschen Pornorapper.

    Letztere sind durchaus ein Problem, aber im Zusammenhang mit einem offenen Auftreten gegen Homophobie find ich diese Äußerungen dubios.

    www.classless.org/2006/12/10/hure-babylon/
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#2 stefanoAnonym
  • 20.08.2007, 17:39h
  • ganz genau, ich schließe mich meinem vorredner an. auch ich hatte eigentlich einen etwas anderen artikel nach dieser überschrift erwartet. lieber gentleman, ICH finde es ganz gut, dass diese typen ein auftrittsverbot bekommen haben.
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#3 SaschaAnonym
  • 21.08.2007, 00:02h
  • @Vorredner:

    Eben!

    Der Fehler besteht nicht darin, dass homophoben Reggae-Sängern aus Jamaika ein Auftrittsverbot erteilt wurde, sondern dass deren deutschen Kollegen und Gesinnungsgenossen angesichts ihres Sexismus und ihrer Homophobie kein solcher erteilt wird!!!

    Es wäre eigentlich Aufgabe eines tatsächlich ernstgemeinten, wirkungsvollen Anti-Diskriminierungs-Gesetzes, Homophobie in Pop und Medien ebenfalls explizit mit harten Strafen zu versehen!

    Leider ist alles, was hierzulande unter dem Stichwort "AGG" aber nur eine absolut unverschämte und dreiste Farce!
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