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  • 22. August 2007 6 2 Min.

Los Angeles (queer.de) - Das posthume Outing des vor gut einer Woche verstorbenen amerikanischen Entertainers Merv Griffin hat zu Irritationen geführt. Kolumnist Ray Richmond vom "Hollywood Reporter" hatte Griffin, den Erfinder von Spielshows wie "Glücksrad" und "Jeopardy!", geoutet und geschrieben, das Multitalent habe ein Doppelleben geführt. Die Agentur Reuters, die die Kolumne verbreitet, hatte am Freitag nach wenigen Stunden den Text wieder zurückgezogen. Er entspeche "nicht unseren nachrichtlichen Ansprüchen", so die offizielle Begründung. Auch auf der Website des "Hollywood Reporter" wurde sie entfernt. Daraufhin forderte der Homo-Aktivist und Radio-Kommentator Michelangelo Signorile seine Hörer auf, sich bei der Fachzeitschrift zu beschweren. Daraufhin schaltete der "Hollywood Reporter" die Kolumne wieder frei; bei Reuters bleibt sie aber verschwunden.

Richmond schrieb: "Merv Griffin war schwul. Warum ist es so unbehanglich, das zu lesen? Warum ist es so schwer zu schreiben? Warum sind wir immer noch so nervös, dieses Thema im scheinbar so liberal eingestellten Hollywood des Jahres 2007 anzusprechen?". Der beliebte Star hätte Richmond zufolge mit einem Coming-out zu Lebzeiten viel für die Akzeptanz von Schwulen tun können.

Griffins Homosexualität war in Amerika ein offenes Geheimnis. 1991 sorgten zwei Gerichtsverfahren für Aufsehen: Ein Moderator verklagte die TV-Legende wegen "sexueller Belästigung" und ein Assistent wollte als ehemaliger unverheirateter Lebensgefährte Unterhaltszahlungen in Höhe von 200 Millionen Dollar erstreiten. Beide scheiterten.

Der Fernsehmoderator ist am 12. August im Alter von 82 Jahren an Krebs gestorben. (dk)

#1 wolfAnonym
  • 22.08.2007, 16:26h
  • hätte er mal zu seinen lebzeiten was getan, wenns auch nur mit einem outing gewesen wäre !
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#2 SaschaAnonym
  • 22.08.2007, 16:30h
  • Ein weiterer eindrucksvoller Beleg dafür, wie homophob und massiv heteronormativ die angeblich so liberale und fortschrittliche Welt von Film, Fernsehen und Pop in Wahrheit immer noch ist...

    Wenn es uns nicht gelingt, den Menschen verachtenden Status quo gerade in diesem Bereich zu verändern, werden wir in unserer medial geprägten Welt niemals wirkliche Gleichberechtigung erlangen können!
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#3 ThommenAnonym
  • 22.08.2007, 16:45h
  • outing = wenn jemand einen Schwulen outet

    coming out = wenn jemand selber "herauskommt"
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