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- 29. August 2007 2 Min.
Washington (queer.de) – Der konservative Senator Larry Craig hat gestern auf einer Pressekonferenz bekräftigt, dass er seiner Ansicht nach nichts Unmoralisches getan habe. "Ich bin nicht schwul. Ich bin nie schwul gewesen", erklärte er den anwesenden Journalisten. Der Senator war – wie erst Anfang der Woche bekannt wurde – am 11. Juni am Flughafen von Minneapolis verhaftet worden, weil er in einer öffentlichen Toilette offenbar Sex anbahnen wollte (queer.de berichtete). "Ich habe mich damals einer weniger schwerwiegenden Straftat schuldig bekannt, weil ich die Sache möglichst schnell aus der Welt schaffen wollte", erklärte der 62-Jährige. In Anwesenheit seiner Frau Suzanne ("Ich liebe sie") entschuldigte er sich bei Familie, Freunden, Mitarbeitern und allen Bürgern seines Staates Idaho und bekräftigte: "Ich hab nichts falsch gemacht am Flughafen."
Protokoll des Polizisten veröffentlicht
Inzwischen haben die Medien das Protokoll des Flughafenpolizisten Dave Karsnia veröffentlicht, der Craig verhaftet hatte. Karsnia wollte Schwulen im Klo auflauern und setzte sich demonstrativ in eine Toiletten-Kabine, die in US-Flughäfen durch Spalten selbst mit geschlossener Tür leicht einsehbar sind. Kurz nach 12 Uhr mittags soll Craig angebissen haben. Er schaute interessiert zum Undercover-Polizisten, setzte sich in die Kabine nebenan, klopfte gegen die Wand und begann vorsichtig, den Beamten unter der Trennwand zu füßeln. Für den Polizisten war das ein "Signal, das oft von Leuten benutzt wird, die Interesse an Geschlechtsverkehr haben". Daraufhin zeigte er dem Senator unter die Trennwand hindurch sein Abzeichen – und verhaftete ihn.
Republikaner sagen sich von Craig los
Die politische Karriere von Craig, der seit 17 Jahren im US-Senat sitzt, scheint damit beendet. Parteifreunde wollen ihn nun vor den Ethikausschuss zerren. Auch Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, den Craig als Wahlkampfmanager unterstützte, kritisierte den Ertappten scharf: "Er hat das amerikanische Volk enttäuscht", so Romney in einem Interview mit dem Sender CNBC. "Er erinnert uns an Mark Foley und Bill Clinton." Der Skandal um den republikanischen Abgeordneten Foley hatte Ende letzten Jahres den Wahlkampf überschattet. Foley war beim Sex-Chat mit minderjährigen Kongressboten erwischt worden (queer.de berichtete).
Im Senat haben die Demokraten derzeit eine hauchdünne Mehrheit von 51 gegen 49 Abgeordneten. Dort gilt Larry Craig als einer der lautstärksten Gegner Schwulen und Lesben. Laut der Homo-Gruppe Human Rights Campaign hat er bei Abstimmungen in null Prozent der Fälle für Homo-Rechte gestimmt. (dk)
Links zum Thema:
» Craigs Homepage
» Klageschrift gegen Craig (als PDF-Datei)










aber man kann ihm jetzt eine mitfühlende mail schicken.