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  • 12. März 2004, noch kein Kommentar

Schwarzer Tag im Kampf um die Homo-Ehe in den USA: ein Gericht stoppt die Homo-Ehe in San Francisco. Und das ist nicht alles.

Von Norbert Blech

Schwarzer Donnerstag im Kampf um die Homo-Ehe in den USA: das Verfassungsgericht von Kalifornien stoppte die Ausgabe von Ehescheinen an Homo-Paare in San Francisco, eine Verfassungsänderung im US-Staat Massachusetts nahm die ersten parlamentarischen Hürden. Und US-Bundespräsident George W. Bush bekräftigte seinen Kampf gegen die Homo-Ehe.

Der Oberste Gerichtshof von Kalifornien hatte nach unserer Zeit in der Nacht zum Freitag einen sofortigen und vorläufigen Stopp von Homo-Ehen angeordnet. Damit folgten die sieben Richter dem vor zwei Wochen eingereichten Antrag des kalifornischen Justizministers, die Homo-Ehen vorläufig zu verbieten. Ende Mai will der Supreme Court nach einer Anhörung endgültig über die Homo-Ehen entscheiden. Die bisher rund 4.000 ausgestellten Ehescheine für lesbische und schwule Paare erklärte das Gericht jedoch noch nicht für ungültig. Die Stadt San Francisco stellte nach dem Spruch umgehend die Eheschließungen ein. Der Bürgermeister von San Francisco, Gavin Newsom, sagte, der Stopp sei traurig, aber er freue sich, vor dem Supreme Court für die Homo-Ehe streiten zu können.

Auch im US-Staat Massachusetts mussten Befürworter der Homo-Ehen am Donnerstag (Ortszeit) eine Niederlage einstecken. In einer vorläufigen Abstimmung sprach sich das Parlament für einen Verfassungszusatz aus, der gleichgeschlechtliche Ehen verbieten würde. Der geplante Gesetzentwurf könnte jedoch frühestens im November 2006 den Wählern vorgelegt werden. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates hatte kürzliche die Trauung von Lesben und Schwulen für legal erklärt, ab Mitte Mai dürfen sich Schwule und Lesben dort das Jawort geben, ohne dass es juristische Gegenwehr geben kann. Die Verfassungsänderung ist nach langen Diskussionen so formuliert, dass sie Ehen verbietet, Eingetragene Partnerschaften jedoch erlaubt.

Erst wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident George W. Bush erneut seinen Kampf gegen die Homo-Ehe bekräftigt. Gegenüber einer Versammlung von Evangelen sagte er: "wir werden die Heiligkeit der Ehe gegen aktivistische Gerichte und Bürgermeister verteidigen, die die Ehe neu definieren wollen." Bei einem Treffen der National Association of Evangelicals Convention sagte Bush, "die Regierung diene allen, wenn sie den Wert der Ehe erkennt und verteidigt."

12. März 2004