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- 30. August 2007 2 Min.
Budapest (queer.de) – Eine Budapester Radiostation hat zwei Angestellte fristlos entlassen, weil sie auf der Website des Senders einen offen schwulen Politiker in einer Fotomontage mit Rosa Winkel vor dem Konzentrationslager Auschwitz gezeigt hatten. Der sozialdemokratische Staatssekretär Gábor Szetey hatte erst vor kurzem sein Coming-out. Er erklärte nach Bekanntwerden des Fotos auf der Seite von Lánchíd Rádió: "Ich habe eine Nachricht für alle, die an dieser Aktion beteiligt waren und damit sympathisieren – Ihr könnt mich so nicht einschüchtern!" Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány stärkte seinem Parteifreund demonstrativ den Rücken und kritisierte gleichzeitig die aufkeimende neofaschistische Bewegung in Ungarn: "Es ist sehr traurig, wenn jemand nicht versteht, dass Auschwitz eine der größten Tragödien in der europäischen Geschichte ist. Die Faschisten agieren wieder offener. Sie klopfen nicht an unsere Türe, sie sind schon unter uns."
Paramilitärische Vereinigung gegründet
Er reagierte damit auch auf die Gründung der rechtsextremen Magyar Gárda, die am Wochenende öffentlich die ersten 56 "Gardisten" auf die Fahne vereidigt hatte. Die Gruppe ist der paramilitärische Arm der Partei "Bewegung für ein besseres Ungarn". "Die ungarische Garde wurde gegründet, um die Ungarn zu retten und einen Regimewechsel herbeizuführen", erklärte Parteichef Gábor Vona. Die Bewegung profiliert sich vor allem über ihre starke Ablehnung gegen Roma, Juden und Homosexuelle. (dk)














