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  • 31. August 2007 11 2 Min.

Homophobe Beleidigungen werden im Profifußball offenbar weniger hart geahndet als rassistische.

Von Dennis Klein

Die Aufregung war groß: Im Erstligaspiel Dortmund gegen Schalke hat der Borussenkeeper Roman Weidenfeller den gegnerischen Stürmer Gerald Asamoah offenbar "schwarzes Schwein" genannt. Dem 27-Jährigen drohten sechs Spiele Sperre und seinem Club ein Punkteabzug. Das DFB-Sportgericht hat nun aber entschieden: Alles halb so schlimm. Weidenfeller wurde vom Vorwurf des Rassismus freigesprochen. Er habe mit "schwules Schwein" lediglich eine "herabwürdigende und verunglimpfende Äußerung‘‘ gemacht und keine rassistische, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das milde Urteil: Nur drei Spiele Sperre und 10.000 Euro Geldstrafe.

Asamoah hatte in der Verhandlung angegeben, der Dortmunder Torhüter habe ihn wegen seiner Hautfarbe verunglimpft. Das bestätigte auch die ARD-"Sportschau", die mit Hilfe von einer Gebärdensprachen-Dolmetscherin sowie zweier Gehörloser nachgewiesen hat, dass Weidenfeller "schwarzes Schwein" gesagt hatte. Der Dortmunder bestritt das aber. Er gab nach einigem Zögern lediglich zu, seinen Gegenspieler "schwules Schwein" genannt zu haben. Das Sportgericht konnte oder wollte daher am Ende keine rassistische Äußerung nachweisen.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) zeigte sich entsetzt über die unterschiedliche Behandlung von rassistischen und schwulenfeindlichen Beleidigungen. In einem offenen Brief an DFB-Präsident Theo Zwanziger forderte LSVD-Vorstand Manfred Bruns Aufklärung: "Ist es zutreffend, dass homophobe und rassistische Beleidigungen im deutschen Fußball von den Sportrichtern unterschiedlich geahndet werden? Und wenn ja, welches sind die Überlegungen, die einer solchen Abstufung zugrunde liegen?", so Bruns. Die Antwort des Deutschen Fußballbundes steht noch aus.

31. August 2007

-w-

#1 dabaerAnonym
  • 31.08.2007, 11:25h
  • Ja jetzt habt euch nicht so, schwules schwein oder schwule
    sau, das sind doch Ausdrücke, die in jeder guten Schule auf
    der Tagesordnung stehen.

    Wer will denn so kleinlich sein, soetwas zu ahnden.

    Schwul ist doch "nur" ein Schimpfwort, wen interessierts!

    ironie Modus aus

    Es ist eine Unmöglichkeit, wie hier mit zweierlei Maß
    gemessen wird. In welcher Welt leben wir eigentlich, wo so
    etwas in Deutschland möglich ist. Wirklich unglaublich.
    Demnächst ist es dann auch in Ordnung, wenn Schwule
    verkloppt werden, sind ja nur Menschen zweiter Klasse, die
    Politik macht es ja mit ihrer Gesetzgebung vor.
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#2 DavidAnonym
  • 31.08.2007, 12:03h
  • Lieber DFB,

    keine Beleidigung? Nicht so schlimm? Deshalb gibt es ja auch sooviele offene schwule Fussballer, oder? Doch nicht?
    wie steht es denn dann mit offenen, schwulen Fussballern in der Bundesliga? Die muss es statistisch doch auch geben.
    Warum zickt ihr da immer rum, und tut so als ob es eine Katastrophe wäre, wenn sich mal einer outet?
    Ist doch nicht so schlimm, lieber DFB!
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#3 gerdAnonym
  • 31.08.2007, 14:58h
  • @ David und dabaer
    Also ihr solltet den Artikel auch lesen. Eine Beleidigung ist das auf jeden Fall und das DFB-Sportgericht hat dies auch festgestellt. Weidenfeller hat dafür eine Geldstrafe von 10.000 Euro bekommen.

    Daher nicht dies ist hier das Thema, sondern die Strafhöhe. Die Frage lautet, wird eine rassistische Beleidigung höher bestraft als eine Beleidigung wegen der sexuellen Identität. Darum geht es hier und ist das eigentliche Ärgernis.

    Der LSVD sollte dies unbedingt klären.
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