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- 06. September 2007 3 Min.
Leider nur mäßig unterhaltsam: John Travolta in den Fußstapfen von Divine und Harvey Fierstein.
Von Holger Fröhlich
Die vollschlanke Tracy Turnblad mit der turmhohen Frisur und einem noch größeren Herzen kennt nur eine Leidenschaft: den Tanz. Sie träumt von einem Auftritt in der "Corny Collins Show", der hipsten TV-Dance-Party in Baltimore. Eigentlich ist Tracy für die Show wie geschaffen – doch sie hat ein gar nicht so kleines Problem: Sie passt einfach nicht hinein.
Nikkis mehr als mollige Figur stempelt sie in coolen Kreisen zur Außenseiterin, und ihre liebevolle, aber sehr gluckenhafte und ebenfalls übergewichtige Mutter Edna wird auch nicht müde, ihre Tochter immer wieder darauf hinzuweisen. Doch Tracy lässt sich nicht entmutigen und kämpft gleichzeitig gegen die Rassentrennung an...
Die Story kommt den Älteren wahrscheinlich bekannt vor: Der Film "Hairspray", der jetzt in den Kinos läuft, ist nur ein Remake des gleichnamigen Klassikers von John Waters aus dem Jahr 1988. Bereits vor fünf Jahren kam außerdem eine Bühnenfassung an den Broadway und landet seitdem mit "Hairspray: The Musical" einen Riesenhit. Das hat offensichtlich auch Hollywood wieder inspiriert…
Immerhin hält sich die neue Filmversion an zwei Traditionen. Die Rolle der Tracy Turnblad wird von einer unbekannten Schauspielerin verkörpert (die 18-jährige Nikki Blonsky hat für die Dreharbeiten extra ihren Job in einer Eisdiele aufgegeben) und die Figur ihrer Mutter Edna immer von einem männlichen Darsteller gespielt. Im Klassiker war das Divine, auf der Bühne Harvey Fierstein, und im Remake ist es nun ausgerechnet John Travolta.
Über ein Jahr brauchten die beiden Produzenten Craig Zadan und Neil Meron allerdings, um Travolta zu dieser Rolle zu überreden. Auf dem Set hatte der bekennende Hetero dann auch heftig mit dem Fummel zu kämpfen. Es dauerte tagtäglich vier bis fünf Stunden, bis er fertig "geschminkt" war – ein 15 Kilo schweres Ganzkörpertrikot machte ihn "übergewichtig". "Ich fühlte mich sehr unwohl und kam richtig ins Schwitzen", schimpfte Travolta. "Mein Gedanke dabei: Wenn das so läuft, möchte ich nie eine Frau sein."
Die Rolle von Mutter Edna spielt Travolta zwar routiniert und lebensnah, aber ohne die herausragende Bravour und den Spaß seines Vorgängers Divine. Im Vergleich zur Rolle der Tochter verblasst Travolta sogar. Nikki Blonsky ist mit Abstand die herausragendste Darstellerin des Remakes. "Da wird eindeutig ein Star geboren", würdigte selbst Travolta ihre Leitung.
"Eine solche Story konnte wirklich nur John Waters auf seine unverwechselbare Art erzählen (und besetzen)", heißt es im aktuellen Presseheft des Warner Filmverleihs. Dem ist wenig hinzuzufügen – obwohl u.a. die originale Tracy Turnblad, Ricki Lake, und Waters selbst einen Gastauftritt in der Neufassung absolvierten.
6. September 2007
Links zum Thema:
» www.hairspray-derfilm.de
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
So, 23:05h, ORF2:
Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride
Zu Wort kommen Aktivist*innen des historischen Kampfes.
Doku, F 2019- 3 weitere TV-Tipps für Sonntag »
















"und im Remake ist es nun ausgerechnet John Travolta."
Das war das erste, was ich dachte, als ich zum ersten Mal von der Besetzung hörte! Das Original ist mit Sicherheit 10000 mal geiler!
Heten-Johnny als Divine-Ersatz, lächerlich!