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Einzelkommentar zu:
Kinostart: Hairspray


#2 HairhopperAnonym
  • 06.09.2007, 20:47h
  • Zunächst mal:
    Ich bin ein großer Fan des Originals von John Waters - Divine ist in diesem Film wirklich göttlich, Ricki Lake ein herrliches Power-Pummelchen und zudem ist das Ganze eine großartige Satire, die die Sechziger mit einem liebevollen Augenzwinkern auf den Punkt bringt.
    Ich kann jedem nur empfehlen, sich den Film anzuschauen - gute Laune garantiert!

    Trotzdem sollte man auf jeden Fall auch dem neuen Film eine Chance geben - die Broadway-Fassung hat schließlich nicht umsonst alle wichtigen Tony-Awards eingesackt. Da war es klar, dass eine Neu-Verfilmung ins Haus stehen würde.

    Was nun an Travolta so schlimm sein soll, kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen..
    Zwar finde ich seine Scientology-Mitgliedschaft nicht gerade prickelnd, aber da "Hairspray" ja keine Scientology-Propaganda betreibt (wie Travoltas zweifelhaftes Machwerk "Battlefield Earth"), sollte man sich auf seine Funktion als Schauspieler konzentrieren und dahingehend ist er mehr als geeignet.
    Schließlich wurde Travolta gerade durch seine Tanzkünste in "Saturday Night Fever" und als Musicaldarsteller ("Grease"!) zum Star.
    Seine Darstellung in "Hairspray" hat ihm von Kritikerseite bisher einhelliges Lob eingebracht und er wird sogar als möglicher Oscar-Kandidat gehandelt.
    Außerdem hatte John Waters wohl auch kein Problem damit, sonst wäre er in der jetzigen Version sicher nicht in einer Cameo-Rolle (als Exhibitionist..) aufgetreten...

    Queer.de steht also mit der Meinung, Travolta habe nicht "die herausragende Bravour und den Spaß seines Vorgängers", ziemlich einsam da.
    Dies sagt wenig über den Schauspieler, aber viel über die Engstirnigkeit des Autors aus, der damit den üblichen, jammernden queer.de-Forum-Paranoikern nach dem Mund schreibt, die den Film schon vorab verurteilen, weil sie um ihre heilige rosa Kuh (oder Ochsen?) fürchten: "Hilfe, Eindringlinge im Ghetto! Hete auf schwulem Terrain! Kreischt um euer Leben!!" ;-D

    Könnte ihnen stattdessen nicht in den Sinn kommen, dass sich Travoltas Darstellung und der gesamte Film auch als Hommage an das Original und Divine (Göttin hab sie selig..) sehen lässt?
    Vermutlich werden sich zudem durch die Neuverfilmung, die in den USA schon längst supererfolgreich läuft, viele Leute auch an den John-Waters-Film heranwagen, der ansonsten ja eher unbeachtet in den Videotheken verstaubte!

    Im übrigen sollte man noch Michelle Pfeiffer erwähnen, die hier ihr furioses Comeback als fiese, wasserstoffblonde Velma von Tussle hinlegt. Die überehrgeizige Mutter von Tracy Turnblads Konkurrentin wurde im Original übrigens von Debbie Harry, Sängerin von Blondie, gespielt.

    Also, hört nicht auf die Spielverderber und lasst euch den Spaß nicht entgehen!
    Denn was könnte schließlich besser den schwulen Nerv treffen als ein Musical, das auf ein einem John-Waters-Film basiert und das Abweichen von Norm zelebriert?
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