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- 12. September 2007 3 Min.
Der Internet-Provider Arcor hat mehrere ausländische Porno-Seiten wegen des strengen deutschen Jugendschutzes gesperrt.
Von Dennis Klein
2,4 Millionen DSL-Kunden surfen mit Arcor durch die Weiten des weltweiten Netzes. Das ist jetzt aber etwas kleiner geworden: Das Eschborner Unternehmen hat nämlich mehrere ausländische Schmuddelseiten ohne Alterscheck gesperrt. Grund: Heimische Pornoanbieter fühlen sich benachteiligt, weil sich ausländische Seiten nicht an die strengen deutschen Jugendschutzbestimmungen halten.
Arcor-Sprecher Paul Gerlach bestätigte gegenüber "Spiegel Online", dass Seiten wie YouPorn nun für die eigenen Kunden nicht mehr erreichbar seien. Man habe die Inhalte freiwillig gesperrt, nachdem das der deutsche Pornoanbieter Kirchberg Logistik GmbH gefordert hatte. "Uns liegen einstweilige Verfügungen gegen die Betreiber dieser Angebote vor, die Verbreitung in Deutschland einzustellen oder den Anforderungen des deutschen Rechts entsprechende Maßnahmen zum Jugendschutz umzusetzen", erklärte Gerlach. Man sehe sich dabei allerdings nicht "in der Rolle des Zensors", sondern handele nur gesetzeskonform.
Deutsche Seiten wandern ins Ausland ab
Deutschland hat eines der strengsten Jugendschutzgesetze der Welt. Wer Pornografie oder andere nicht jugendfreie Filme ("28 Weeks Later", "Fight Club") im Internet anbietet, muss von seinen Kunden einen komplizierte Altersnachweis anfordern. Das einzige als gesetzessicher geltende Verfahren ist Post-Ident: Der Kunde muss bei einem lokalen Postamt seinen Personalausweis vorlegen – die Post bestätigt dann dem Unternehmen die Volljährigkeit. Da dieses Verfahren teuer, sehr aufwändig und bei Kunden verhasst ist, haben bereits viele Firmen ihren Sitz in Deutschland aufgegeben und ins benachbarte Ausland verlegt, um die hiesigen Schikanen zu umgehen. Zu ihnen gehören auch die großen schwulen Datingportale Gayroyal und Gayromeo, die jetzt im liberalen Amsterdam sitzen und brav Steuern an den holländischen Fiskus abführen. Weil auch Minderjährige auf die Beziehungs- und Balzseiten Zugriff haben, hatten deutsche Jugendschützer bereits ihre Fühler nach den Portalen ausgestreckt.
Im Ausland braucht man sich vor diesen nicht zu fürchten: So befindet sich die jetzt bei Arcor gesperrte Seite YouPorn in Kalifornien – und in den USA ist dank der in der Verfassung garantierten Meinungsfreiheit eine derartige Zensur nicht denkbar. In Deutschland steht die Seite dafür auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugengefährdende Medien. Ebenfalls von Arcor gesperrt wurde die deutschsprachige Seite "Privatamateure" aus dem Inselstaat Santa Lucia. Damit hat sich sogar das Landgericht Hannover befasst und den Betreibern verboten, pornografische Inhalte zu verbreiten. Diese sitzen aber unter karibischer Sonne - und stören sich nicht an den Entscheidungen eines mehrere tausend Kilometer entfernten Provinzgerichtes.
Es darf indes bezweifelt werden, dass es dem deutschen abmahnenden Porno-Anbieter nur um den Schutz des Nachwuchses geht. Immerhin hat auch die Kirchberg Logistik GmbH erst vor drei Monaten eine Niederlage vor Gericht hinnehmen müssen: Laut "Adult Webmaster Blog" untersagte das Landgericht Hamburg dem Unternehmen in einer einstweiligen Verfügung die Verbreitung von Pornografie. Da die Behörden auf das deutsche Unternehmen Zugriff haben, muss es sich anders als die ausländischen Mitbewerber an die Regeln halten.
12. September 2007















Mann kann ihnen schreiben und sie auf eine positive Vertragsverletzung aufmerksam machen, was wiederum ein Kündigungsgrund ist. Anbieter mit Flatrate gibt es genug.
Das wäre zumindest das, was den meisten als erstes einfällt.
Nun aber mal die ganze Realität: Das ist schlicht und ergreifend Zensur. Wenn das schon so anfängt und umsich greift, dann haben wir im I-Net bald solche Verhätnisse wie in China.
P.S.: Mittels einer kleinen änderung im Nameserver lässt sich die Sperre aufheben. Dazu Tips gibts bei
ccc.de
und, ein Anonymisierungswebbrowser tut`s auch, z.Bsp. Torpark