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- 17. September 2007 1 Min.
Kampala (queer.de) - Eine Boulevardzeitung aus Uganda setzt ihre Reihe von Outings fort. Die Zeitung "Red Pepper" veröffentlichte einen großen Artikel unter der Überschrift: "Homo-Terror! Wir benennen und bringen Schande über die Ober-Schwulen in der Stadt". In der mehrteiligen Reihe soll die Öffentlichkeit vor Schwulen "gewarnt" werden.
Die Zeitung erklärt in den ersten Teilen zunächst, wie Schwule zu erkennen sind. Unter anderem schreibt "Red Pepper", dass Schwule "Frauen und Kinder hassen", aber dass Frauen ihnen wegen ihres Charmes verfallen würden. Sie liebten Schönheitswettbewerbe nur, weil sie dort lernten, wie man richtig läuft. Außerdem würden sie sich selten betrinken, weil "sie immer ihre Beute beobachten." Auch Bisexuelle hat die Zeitung "entlarvt": Sie hätten stets eine Frau und vier Männer, mit denen sie die Frau betrögen.
Eine ähnliche Kampagne wie die in Uganda hat vergangenes Jahr bereits in Kamerun stattgefunden. Dort hatten die Boulevardblätter "L’Anecdote" und "La Météo" dutzende Männer geoutet, darunter mehrere hochrangige Regierungsmitglieder. Die Aktion wurde von der katholischen Kirche unterstützt (queer.de berichtete).
Amnesty International hat Uganda erst vor wenigen Wochen wegen institutionalisierter Homophobie angeklagt (queer.de berichtete). Die Menschenrechtsorganisation kritisierte dabei auch "Red Pepper", weil Outings der Boulevardzeitung für die Opfer zum Mobbing durch Kollegen und Ächtung durch Familien geführt hätten. (dk)














