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  • 19. September 2007 30 3 Min.

Klaus Wowereit veröffentlicht seine Autobiografie – und plaudert aus dem schwulen Nähkästchen...

Von Dennis Klein

Private Bekenntnisse ist man von Volksvertretern nicht gewohnt – schon gar nicht von schwulen Politikern. Darum haben sich die Boulevard-Medien auch die Hände gerieben, als erste Passagen von Klaus Wowereits Autobiografie publik wurden. In "...und das ist auch gut so" berichtet der Partybürgermeister auf 300 Seiten von seinem Petting-Partykeller, dem Ärztespiel mit Frauen und seinen Liebeskummer. Die "Bild" druckte exklusiv Buchpassagen vorab und die "B.Z." widmete ihrem Bürgermeister eine Serie. Das Volk kann das Buch ab Donnerstag für rund 20 Euro erwerben.

In seinem Buch schlägt Wowereit einen Bogen von der Kindheit bis zu seiner Funktion als oberster Berliner. Ausführlich berichtet er, wie er zunächst Erfahrungen mit Frauen sammelte: "Klar ich fand Mädchen spannend, aber eben nicht nur", schrieb er. "Ich ahnte, dass ich mich eher zu Männern hingezogen fühlte. In unserer brachial-liberalen Schulzeit bereitete mir diese Erkenntnis zum Glück keine Probleme, auch wenn ich meine Neigung weitgehend für mich behielt." Nach mehreren Liebeleien mit dem "schwachen Geschlecht" wollte er einen festen Partner finden – scheiterte aber zunächst kläglich. Und hatte dann keine Lust mehr auf die Pirsch. Aber: "Kaum hatte ich meine Partnersuche eingestellt, da stand plötzlich Jörn in meinem Leben ... Es war der 29. März 1993."

Als er in den Parteigremien aufstieg, machte sich Wowereit Sorgen, was die schwule Identität für seine Karriere bedeuten würde. "In meiner Generation ist der tabulose Umgang mit Homosexualität nicht so verständlich", analysiert der 53-Jährige. "Mein Privatleben eignete sich geradezu perfekt für eine verlogene Schmutzkampagne". So kam es zu der berühmten "...Und das ist auch gut so"-Rede – die den Lokalpolitiker auf einen Schlag zur Medienbombe machte: "Keine Werbekampagne hätte es vermocht, mich so schnell bekannt zu machen. Noch eine Woche vorher wäre ich stolz gewesen, bei Sabine Christiansen überhaupt auf die Liste der Reserve-Gäste zu kommen." Er verglich den Aufstieg ganz unschwul mit einer Fußball-Analogie: "Das Schicksal hatte mich von der Landesliga in die Champions League geschossen."

Kritik an Boulevardisierung

Die offenen Bekenntnisse des Herrn W. erzeugen nicht überall Begeisterungsstürme. Zeitungskommentatoren erklären, dass Politiker nicht wie Britney Spears oder George Michael ihr Privatleben in der Öffentlichkeit zelebrieren sollten. Sie gehörten in die "Tagesschau", nicht in "RTL-Exclusiv": "Wer das Persönlichste bewusst preisgibt, der hebt die letzte Schranke, der wird zum Freiwild nicht nur auf dem Boulevard. Der riskiert seinen Ruf als seriöser Politiker, weil er sich auch als Narziss offenbart", schreibt die "Welt" in einem Kommentar. Wowereit habe aus seinem "anderen privaten Leben" ein Buch gemacht – aber seine rot-rote Regierung sage nicht viel "zur Zukunft dieser Stadt".

Schwuler Kanzler "möglich"

Trotz der Kritik bereitet sich der Berliner Bürgermeister offenbar auf höhere Weihen vor. Das Buch soll wohl noch nicht eine abschließende Zusammenfassung seiner Karriere sein, steckte er dem "Stern" indirekt: "Ein schwuler Kanzler wäre möglich", erklärte er im Interview – und hatte dabei wohl nicht Guido Westerwelle im Kopf.

19. September 2007

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-w-

#1 JanXAnonym
  • 19.09.2007, 20:41h
  • Die "Welt". Ah ja. Hat also auch eine Meinung. Privatleben
    preisgegeben? Weil er ein Buch über seine Jugendzeit
    schreibt? Also, so was erzähle ich mal so nebenbei beim
    Klatsch mit Kollegen an der Kaffeemaschine. Was ist denn da
    besonderes dabei? Was erzählt sich denn der geneigte
    Welt-Leser so? Satz des Pythagoras? Quantenmechanik?

    Oder mal anders rum angefangen: Ein kurzweiliges Ratespiel
    extra für euch. Ich habe mir gerade eine Person ausgedacht, die
    war mal mit einer Frau zusammen, hat später entdeckt, dass sie
    schwul ist und irgendwann einen Freund kennengelernt. Wie?
    Da kennt ihr mehrere? Kann nicht sein! Ich habe euch gerade
    wirklich dass aller intimste und innerste dieser Person genannt,
    also wenn ihr sie jetzt nicht eindeutig(!!) erratet, kann ich euch
    auch nicht mehr helfen.
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#2 leftqueersAnonym
#3 HampiAnonym
  • 20.09.2007, 03:12h
  • ...ein schwuler Bundeskanzler? Na, dann träumen Sie mal schön weiter, Herr Wowereith. Ich halte es mit der seriösen Zeitschrift die "Welt", wonach Politiker gut daran tun, ihr Privatleben nicht an die prominente Glocke zu hängen. Bei uns in der Schweiz haben wir "sieben Bundeskanzler", das ist die Regierung, bestehend aus zwei Frauen und fünf Männern, und nie und nimmer sind deren sexuelle Eskapaden aus der Jugendzeit Thema in irgendwelchen Büchern oder Zeitschriften. Politiker sollen gewissenhaft ihre Arbeit zum Wohle des Landes tun, und Bücher über ihre ach so interessanten sexuellen Erfahrungen können sie schreiben wenn sie dann einmal zurückgetreten sind. Doch an dieser Stelle mache ich ein Versprechen: Sollte der Schwuli Wowi je deutscher Bundeskanzler werden,an diesem Tag werde ich mich selber endlich als Homo-Schwuchtel outen und eines dieser engen T-Shirts anziehen auf welchem ein Schwanz und zwei Eier aufgedruckt sind und auf welchem ein Pfeil in Richtung Hose zeigt, und darauf steht "I can't blow it myself".....diese T-Shirts gibt's schon heute zu kaufen und eignen sich hervorragen zum Tragen, besonders zur Arbeit im Büro.....pfffff....
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