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  • 25. September 2007 98 2 Min.

Der iranische Präsident behauptet in New Yorks Columbia-Uni, in seinem Land gebe es keine Homosexuellen.

Von Dennis Klein

Schwul-lesbische Aktivisten haben sich in New York Protesten gegen den Besuch von Mahmud Ahmadinedschad angeschlossen. Tausende Menschen demonstrierten lautstark vor der Columbia-Universität in New York, in der der iranische Präsident gestern vor Studenten aufgetreten ist. Dabei zeigten einige Aktivisten Bilder von wegen Homosexualität hingerichteten Menschen.

"Wir haben keine Homosexuellen"

Ahmadinedschad wurde eisig von der Universität empfangen. Vom Universitätschef wurde er als "engstirniger und grausamer Diktator" begrüßt, die Fragen der Studenten waren daraufhin auch sehr kritisch. Die Antworten wurden oft von höhnischem Gelächter und Pfiffen unterbrochen. Der Frage, warum Homosexuelle im Iran hingerichtet werden, wich Ahmadinedschad zunächst aus und sprach zunächst von Drogenhändlern und anderen Kriminellen, die wie Mikroben andere Menschen schadeten und daher vernichtet werden müssten. "Warum sollten sie Mitleid erhalten. Haben Sie in den Vereinigten Staaten nicht auch die Todesstrafe?", fragte er. Nach weiteren Nachfrage der Studenten sagte der Präsident dann entnervt: "Im Iran haben wir keine Homosexuellen wie in Ihrem Land. Wir kennen dieses Phänomen nicht. Ich weiß nicht, wer Ihnen erzählt hat, dass wir so etwas haben."

Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Menschen wegen ihrer Homosexualität im Iran von staatlicher Seite getötet worden sind. Menschenrechtsgruppen schätzen, dass die Islamische Republik seit der Machtübernahme im Jahre 1979 mindestens 4.000 Schwule nach den Regeln der Scharia hinrichten ließ.

25. September 2007

-w-

#1 gerdAnonym
  • 25.09.2007, 13:12h
  • Auch wenn in den westlichen Demokratien um die Anerkennung von Lebenspartnerschaften bzw. die Eheöffnung heftig gestritten wird, so können sich homosexuelle Menschen glücklich in den westlichen Industriestaaten schätzen, dass sie nicht in Ländern wie Iran, Mauretanien, Saudi-Arabien oder Jemen leben müssen, wo die Todesstrafe droht.

    Auch dies sollte einmal im Verhältnis streng moslemisch geprägter Staaten und Mullahs zum Papst und Vatikan verdeutlicht werden: im Vergleich zu diesen Ländern ist der römisch-katholische Vatikanstaat noch Gold...so gesehen die größte Herausforderung, die homosexuellen Menschen auf der Welt noch bevorteht bzw. wo noch viel, viel an Aufklärungsarbeit gegenwärtig zu leisten ist, das ist das Verhältnis Homosexualität und Islam. Auch dies muss klar und deutlich erkannt und genannt werden. Diese Aufklärungsarbeit muss auch in die deutschen "Hinterhofmoscheen" hinein und dort dürfen wir nicht wegschauen. Der Islam hat noch die ganze Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität vor sich, die das Christentum schon längst mit aller Kraft führt.
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#2 wolfAnonym
  • 25.09.2007, 13:45h
  • @gerd
    genau aus den von dir angeführten gründen ist es um so wichtiger, dass unsere bescheuerten politiker endlich reagieren. denn nur ein selbstverständliches, "normales" leben, führt langfristig zur akzeptanz und nimmt diesen idioten die grundlage ihrer homophoben verhaltensweise, das gilt auch für "benedetto".
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#3 AlfonsAnonym
  • 25.09.2007, 14:24h
  • In islamischen Ländern gibt es kaum Kriminalität, gibt es keinen Alkoholmissbrauch, die jungen Leute haben noch Respekt vor den Älteren und dort blickt man den Frauen ins Gesicht (und nicht auf die Brüste).

    Warum wohl sollte der Präsident eines solchen Landes (ich meine keine extremen Diktatoren) jetzt eine schwule Szene, Alkoholausschank und andere Dinge aus dem Westen zulassen? Ein Blick in GayRomeo reicht für einen solchen Präsidenten aus, um GANZ sicher zu sein, dass man so etwas NICHT im eigenen Land haben will! (Dem Papst wurden übrigens vom Erzbischof Lavada aus San Francisco abschreckende Bilder vom CSD vorgelegt. Der Effekt war der gleiche!)

    Wir müssen uns mal abgewöhnen, alles das, was der Kapitalismus und die USA hervorgebracht haben, als eine Errungenschaft zu sehen, mit der wir die Völker der Welt beglücken müssten...

    Wenn ein Land wie Saudi-Arabien einen Schmuddel-Sender wie MTV verbietet, so kann man laut aufschreien und behaupten, dies sei keine Demokratie. Man kann aber auch hohen Respekt vor einen solchen Schritt haben und sehen, dass nicht alle Kulturen dieser Welt von dem amerikanischen Way of Life beglückt werden wollen.
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