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  • 25. September 2007 10 2 Min.

Zürich (queer.de) - In einem Pilotprozess gegen eine Barbesitzer will das Zürcher Bezirksgericht klären, ob Darkrooms in der Schweiz sittenwidrig sind. Wie die "NZZ" berichtet hat der 41-jährige Besitzer des "Dynasty Club" gegen ein Bußgeld in Höhe von 300 Franken (180 Euro) Einspruch erhoben, das die Polizei wegen "Nichtaufrechterhaltens von Ordnung und guter Sitte durch Tolerieren von sexuellen Handlungen unter Gästen in den Lokalräumlichkeiten" verhängt hatte. Die Beamten hatten bei einer Razzia im September 2006 hinter einem Tarnnetz im Untergeschoss des Clubs zwei nackte, "stark behaarte" Männer beobachtet, die sich Zungenküsse gaben und offenbar nach mehr strebten.

Die Behörden berufen sich hierbei auf Paragraf 17 des Gastgewerbegesetzes, das besagt, dass der Besitzer in den öffentlichen Räumlichkeiten für "Sitte und Ordnung" zu sorgen habe. Der Wirt argumentiert, dass Darkrooms seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts von den Behörden toleriert wurden. Letztes Jahr griff die Polizei aber erstmals wieder hart gegen Homo-Clubs durch, angeblich wegen des ausufernden Drogenkonsums (queer.de berichtete).

Im August dieses Jahres hätten sich die Clubs und die Stadtverwaltung allerdings geeinigt, dass Darkrooms unter Auflagen betrieben werden dürfen, erklärte der Rechtsanwalt des Klägers. So müssten diese Räumlichkeiten abgetrennt sein, dürften erst ab 18 Jahren betreten werden, gewerblicher Sex sei verboten und außerdem müssten Kondome und Safer-Sex-Informationen ausliegen. "Wir führen einen Pilotprozess durch, den sich die Stadtpolizei wünscht, weil sie nicht weiß, ob sexuelle Handlungen in Darkrooms erlaubt sind oder nicht", so der Anwalt. Er forderte eine Aufhebung des Bußgeldbescheides und eine Entschädigung für seinen Mandanten. Darkrooms seien schließlich auch für die HIV-Prävention sinnvoller als wenn sich Homosexuelle in Parks oder Klappen treffen würden.

Die "NZZ" bezeichnet das Urteil, das in den nächsten Wochen gefällt werden soll, als einen "wichtigen Entscheid für die Schwulenkultur". (dk)

-w-

#1 TimoAnonym
  • 25.09.2007, 17:18h
  • Ich bin wirklich kein Freund von Darkrooms, aber solange da jeder freiwillig mitmacht und niemand zu etwas gezwungen wird (und das Ganze auch nicht von Passanten einsehbar ist), sehe ich keinen Grund einzugreifen.

    Ich sage immer "Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden"... Ich muss nicht alles verstehen oder gar teilen (z.B. Darkrooms, SM, Gruppensex, etc.), aber solange keiner gezwungen wird oder zu Schaden kommt und alles in gegenseitigem Einvernehmen geschieht, hat es mich nicht zu interessieren....
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#2 JohannesAnonym
  • 25.09.2007, 20:37h
  • Ich bin auch kein Freund von Darkrooms und finde es besonders schade, dass diese als Teil von der "Schwulenkultur" gesehen werden, da sowas mit Schwulsein an sich nichts zu tun hat und die wenigsten Schwulen sowas besuchen.

    Allerdings denke ich, dass hier vor allem Schwule in der Verantwortung sind, sich zu überlegen, ob es wirklich wert ist zu so welchen Lokalitäten zu gehen. HIV ist nicht die einzige Krankheit, welche man sich dort holen kann und es ist sicherlich sinnvoller selbst Hand anzulegen...
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#3 HampiAnonym
  • 26.09.2007, 02:37h
  • da ich selber Schweizer bin und zwar auf dem Land, aber nicht weit weg von Zürich wohne, meine Meinung: Darkrooms sind nun mal eine schwule "Erfindung", in denen schwule Männer Sex haben wollen. Ich finde es ziemlich verniedlichend wenn hier geschrieben wird, die wenigsten Schwulen würden solche Räume besuchen. Wenn dem so wäre dann gäbe es ja kaum Darkrooms, oder? Immerhin gibt es ja keine Darkrooms heterosexuelle Menschen, oder? Frauen stehen wohl die wenigsten auf anonyomen Sex mit Männern von denen sie nur den Schwanz, und nicht mal das Gesicht kennen....so gesehen halte ich den Prozess für lächerlich, entweder man toleriert Darkrooms als Ficktreffpunkte oder man verbietet sie ganz, womit man aber wohl wieder nur mehr Schwule zum Büschensex und Klappensex vertreibt, was ja in der Öffentlichkeit auch nicht gewünscht ist.
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