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Kommentare zu:
Volker Beck lobt Sarkozy


#21 DragonWarriorAnonym
  • 12.10.2007, 11:00h
  • @ stromboli...

    da haben wirs doch schon wieder...

    wer sagt denn eigentlich, dass man sobald man in einer ELP lebt komplett auf zweier-kiste zurückschalten muss??

    .. ich hab das selber nicht so gemacht, ich hab etliche paare im freundeskreis die das nicht tun...

    wer also konstruiert eigentlich diesen widerspruch?

    sind es nicht genau die schwulen, die sooft gegen die eingetragene lebenspartnerschaft wettern, und die damit auf ihre eigenen 2er-monogamie-projektionen reinfallen, die mit der realität nichts zu tun haben müssen???

    der grund für die forderung nach adoptionsmöglichkeiten? ganz einfach: kinder die in entsprechenden partnerschaften längst aufwachsen, ob es schwulen ideologen, die uns immer lieber gerne als "jäger" sehen, als als "väter und versorger" passt oder nicht...
    und: ich bin jetzt zu alt - finde ich wenigstens selber - um noch vater zu werden, aber wenn ich etwas jünger wäre und - das wär MIR wichtig - wenns da einen mann an meiner seite gäbe, der die erziehung mit unterstützt, würd ich auch versuchen noch vater zu werden... als ich selbst mal danach gefragt wurde sprachen meine eigenen lebensumstände jeweils gerade dagegen es zu tun.

    dabei geht's mir nicht um geborgenheit, sondern um lust aufs vater-sein...

    ist alles, was vom "jäger"-image abgeht etwa nicht homo-kompatibel?
    in wie weit fallen wir da auf zuschreibungen hinein?
    in wieweit beschneiden wir uns selber?
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#22 stromboliProfil
  • 12.10.2007, 21:32hberlin
  • @dragonWarrior,
    ich weis nicht wo du deine sicherheit bezüglich meiner meinung hernimmst , sehe ich die doch ständig fehlinterpretiert .

    Ich unterstelle DIR , da wir uns ja auch privat schon ausgetauscht haben, nicht die idee der monogamie als "klammer der ELP" . Auch im weiteren umfeld von mir sind die , die verpartnert , eher für sogenannte offene partnerschaften .
    Und lassen wir mal den rest derer , die das ideal der monogamie vieleicht als strebenswertes erachten. Das ist nicht der kern der diskussion , so wie ich die entscheidung meines freundes und mir , nicht sich zu verpartnern , nicht als maßstab einbringe .

    Was mir wichtig erscheint und von mir angesprochen wird , ist die ausgangsidee : Du sprichst von der zwingenden notwendigkeit der jahre 0- AIDS und den zwang , konstruktionen zum schutz der erkrankten und deren partner zu verankern . Dafür wurde die partnerschaft kreiert , in folge zu einem ehekonstruckt "aufgewertet " . Seh ich das aus der distanz meiner jahre in italien falsch ?
    Aus dieser situation entstanden , entwickelt sich diese konstruktion mittlerweie zum selbstläufer , deckt sie doch eine viel tiefergehende erwartungshaltung ab ; die der annäherung an die "sogennannte mitte" .
    Frag die politiker , verständlich auch die , die in den parteien als schwule agieren : der tenor ist der der gewonnen normalität ! So könnt ich wort für wort die aussagen auf den berliner strassenfest zitieren . Was aber ist NORMALITÄT bitte sehr ? Die der annäherung an normen einer auf reproduktion gerichteten herterogesellschaft ?
    Entspricht es der normalität , paarverhalten als wünschenswert zu postulieren , die der lust auf wechsel / poligamie oder wie auch immer ,als abnorm zu werten ? Lässt sich da was auf das menschliche verhalten hin herausdeuten ; ausser wir lassen Hampi von der leine ...

    Während des aidskongresses berlin konnte ich mich von meinen vorbehalten überzeugen : die antragesteller des

    dip.bundestag.de/btd/16/036/1603615.pdf

    (ich hoffe ich habs diesmal richtig gemacht ) , sprechen da bereits eine andere sprache ! da wird von den gesellschaftlichen angeboten der monogamie gesprochen , die , nicht nur im präventiven , sondern auch als maß menschlichem überwindens der promiskuität sich versteht .
    " ich verstehe schwule nicht , die sich hartnäckig weigern , sich dem zu verweigern . Wird sich da auf sicht nichts ändern , muß eine klarere sprache gesprochen werden ..."
    Wie klar der herr sprechen will , wenn die zeit gekommen lies er aussen vor , machte doch selbst das auditorium nicht so recht mit , dank insbesondere rita süßmuth ! Aber abgenickt wird es schon noch , die zeit ist halt nur noch nicht reif !
    Aber da sage ich dir als aidsberater nichts neues ?!

    So , hier meine zweifel der gesetzten ziele , dessen was sich noch schwulenbewegung nennt : Vereinnahmung durch "zwänge " die so betrachtet nur den interessen konservativer denkmuster und deren vorstellung von "partnerschaft " entspricht . Einer vorstellung , wird sie nicht erfüllt , auf uns zurückfällt nach dem motto : schwule ändern sich ohnehin nicht , mehr noch , sie zeigen keinen willen/ bereitschaft hin zur änderung ; also auch keine weiteren zugeständnisse bis....
    Das ist doch in der derzeitigen auseinandersetzung betreffs des endstatuses schwulen-EHE bereits angelegt .

    Es nennt sich mehrheitsfähigkeit erringen . Aber die zeiten ändern sich und die bedingungen ebenfalls . Konnte das erreichte ( und die stelle ich auch erstmal nicht in frage , nur zur diskussion ) unter den bedingungen einer ausklingenden aber relativ starken emanzipationsbewegung , die bis in die konservativen kreise vordrang, agieren , kommt eine welle der refamilisierung , entdecken eines "neuen/alten frauen und männerbildes , sowie der neoidealisierung der privaten zweisamkeit auf uns zu . Das nicht erst seit Fr. Hermann , dazu ist die dame nicht autark genug , aber gesegnet mit einer nase für windänderungen . Dem bild wendet sich auch die "mitte der gesellschaft " nun zu . Wo wir da unseren platz finden werden , wird die nächste diskussion bestimmen .
    Das wird dann auch nicht mehr an der lapalie des rechten - linken inhaltes von schwulem gemessen , weil wir alle davon betroffen sein werden .

    Dein argument bezüglich der adoption muß ich so akzeptieren,
    da mir die gefühle , von dir beschrieben nicht fremd sind .
    Ob sie stimmig sind mit denen der anderen ,bleibt für mich offen . Zwei paare in meinem umkreis konnten mir anderes dazu berichten, was die wünsche und vorstellungen anbetraf . Aber das ist sehr subjektivistisch von mir betrachtet , wenn ich mich wehre , die "familienidylle " mit einem kind krönen zu wollen .
    Den schwulen ideologen , der uns als jäger sehen will , ist mir allerdings nicht bekannt . Aber vieleicht ist er im dickicht der schwulen meinungen in einer bodenmulde , bedeckt mit dem ideologiemoos sanft entschlummert ... mag er ruhen .

    gruß stefan
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#23 stromboliProfil
  • 12.10.2007, 21:41hberlin
  • @dragonWarrior ,
    ach und zuguterletzt , fand ich hier noch einen lesenswerten beitrag in der rubrik : verfassungsrichter billigen diskriminierung ...
    #7 von @wolf . Da wird noch mal die sicht auf die soziale verantwortung gerichtet !
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#24 DragonWarriorAnonym
  • 13.10.2007, 08:23h
  • @stromboli

    wer sagt denn, dass ich bezüglich deiner meinung sicher bin? wenn ich die fehlinterpretiert habe, darfst du mich gern korrigieren, mach ich ja ganz genauso, wenn ich mich nicht verstanden fühle.
    mein letztes posting hatte die funktion, fragen aufzuwerfen, die bei mir entstanden, als ich deines las... und diesen dialog schätze ich...

    zum inhalt deines postings:

    sicherlich hat für MICH die auseinandersetzung um die ELP aus der notwedigkeit heraus begonnen in rechtsbereichen, die mir in der aidsberatung begegneten (u.a. patientenrecht, totensorge, erbrecht, erbschaftssteuerrecht) begonnen, aber bald schon kamen andere felder (u.a. binationale paare) dazu.

    die probleme, die diese paare hatten - und es waren immer zweierbeziehungen (deren mono- oder polygamie bei diesen fragen völlig egal war, für mich als berater wie für die paare selber auch), die die vorhandenen probleme mit leichtigkeit hätten regeln können, wenn sie denn heiraten hätte können.

    als dann die schwulen juristen begannen, paare zu suchen, waren ich und mein damaliger partner mit dabei... mir gings mittlerweile auch ums prinzip: alle meine geschwister waren verheiratet (allesamt glücklich) und ich und mein partner fühlten uns immer mehr durch dieses eheverbot negiert und zu vogelfreien erklärt. und diese vogelfreiheit galt es zu beenden, in dem ein rechtlicher rahmen für schwule und lesbische partnerschaften gefordert wurde, die möglichkeit unsere partnerschaften abzusichern, vor allem dem staat gegenüber (und es wundert mich nicht wirklich dass gerade in diesem bereich heute noch die baustellen sind, *seufz*)

    es ging nie darum, andere zu überzeugen, dass eine ehe oder ELP die beste lebensform schlechthin ist...
    ich selbst bin eher ein "beziehungstier", aber das heißt ja nichts für andere.
    ich hab immer gesagt: es geht um das recht, sich entscheiden zu können, ob man heiratet oder nicht.
    solange die gleichen rechte damit verknüpft gewesen wären wär es mir damals auch völlig wurscht gewesen, ob das ding nun ehe heißt oder ELP, heute seh ich das anders, bin ich da fundamentalistischer.

    die ELP wurde nie zu etwas aufgewertet (mal abgesehen davon, dass die medien gerne von homo-ehe sprechen, was ich genauso scheußlich finde).

    ich glaube - und dieser glaube resultiert aus meinen eigenen bedürfnissen und aus dem, was ich um mich herum beobachte - dass in vielen menschen tatsächlich ein bedürfnis nach zweisamkeit angelegt ist, danach, einen "besonderen" menschen im leben zu haben und sich mit diesem menschen in beziehung zu setzen.

    ich glaube darin unterscheiden wir schwulen uns grundsätzlich nicht nennenswert von heteros... unsere beziehungen haben (matthison/mcwhirter (hoffe ich hab sie richtig geschrieben, der band steht im büro) oft andere dynamiken, andere problemfelder, andere vorteile... aber grundsätzlich seh ich den wunsch nach zweisamkeit.

    in all den jahren hatte ich es vielleicht zwei oder dreimal mit dreier-beziehungen zu tun, die allesamt nicht von langer dauer waren (mir selbst wär das auch viel zu kompliziert...)

    es mag sein, dass viele mit der ELP eine sehnsucht nach normalität verbunden haben... ich nicht... bestenfalls den wunsch irgendwann mal selbstverständlich zu sein... den begriff find ich unendlich viel besser...

    mir gings nie darum, poligamie abzuwerten, ich find die idee auch absurd, das die ELP dies tut. wie gesagt, ich sitz aber auch dauernd menschen gegenüber, die verheiratet und polygam sind...

    das sich beides ausschließt (weil der papst eine definition von ehe hochhält, die nicht einmal CSU-politikerInnen leben mögen) halte ich für unsinn.

    der antrag, der da verlinkt war ist unsäglich, dazu hab ich meine meinung auch schon kundgetan, will damit auch nicht nochmal anfangen...

    aber: nur weil jemand anderes diese interessen damit verknüpft - und völligen mist erzählt - muss doch das ziel an sich - gleiche rechte für schwule und lesbische partnerinnen - nicht schlechter werden.

    ich hab von dem eklat gehört und darf dir ersichern, dass der kerl, falls es dieser LSU fredel gewesen ist, nichtmal innerhalb der LSU eine mehrheit findet...

    vertrau mir, die heten können es sich nicht wirklich leisten, uns als schmuddelkinder darzustellen...

    fazit: konservative denkmuster lassen mich kalt, wenn es darum geht, eigene politische ziele zu verfolgen. ich habe das versprechen "gebt uns die ELP, dann werden wir monogam" nicht gemacht, also muss ichs nicht erfüllen. im gegenteil, ich hab immer argumentiert, dass die vorstelungen, die konservative heteros an die ehe haben, von ihnen selber nicht erfüllt werden... die verteidiger der ehe... klasse... nolte: geschieden... seehofer: freundin und kind... wulf: geschieden
    von denen lass ich mir nix über den besonderen schutz von ehe und familie erklären...

    und in diesem punkt bin ich ganz gelassen, denn die gesellschaft hat längst einen wandel vollzogen, den unsere cdu-csu-saubermännerfrauen noch nicht mitbekommen haben... und je länger die diskussion hochkocht, je offener de privaten erfahrungen konservativer politiker mit der besonderen bedeutung von ehe und familie diskutiert werden, je mehr scheinheiligkeit uns kirchens vorleben, desto sicherer wird unsere position.

    weit entfernt, auch wenns wieder nur darum ging in diesem posting, bin ich übrigens davon, dies als einziges ziel der bewegung zu definieren. auch der LSVD hat da schon noch andere themen....

    ganz lieben gruß
    axel
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