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- 22. Oktober 2007 3 Min.
J.K. Rowling bestätigte bei einer New Yorker Lesung das Gerücht, dass Albus Dumbledore aus ihrer "Harry Potter"-Serie schwul ist.
Von Dennis Klein
Schulrektor Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore ist der Hauptgegner vom bösen Lord Voldemort und der engagierteste Förderer von Harry Potter. Zumindest solange, bis er in Band sechs das Zeitliche segnet. Autorin Joanne K. Rowling hat ihm in den Büchern nur wenig Privatleben zugestanden – gegen das Böse zu kämpfen verschlingt nun mal viel Zeit. Bei einer Lesung in New York hat die Britin ihren Helden nun überraschend geoutet.
Verliebt in Gellert Grindelwald
Bei der Veransaltung fragte ein Fan Rowling nach dem Liebesleben Dumbledores: "Hat sich Dumbledore, der immer an die starke Macht der Liebe geglaubt hat, jemals selbst verliebt?" Die Antwort kam einem Paukenschlag gleich: "Ehrlich gesagt, dachte ich immer, dass Dumbledore schwul ist", sagte die 42-Jährige. Zunächst stieß ihre Enthüllung auf ungläubige Blicke – dann brach der Saal in Jubel aus. Sie fuhr fort: "Dumbledore hat sich in Grindelwald verliebt". Gellert Grindelwald war ein böser Zauberer, der 1945(!) von Dumbledore besiegt wurde. Rowling: "Dumbledore war bestürzt, als Grindelwald gezeigt hat, was für ein Mensch er ist". Der Zaubermeister habe daher jahrelang darunter gelitten, dass ihn sein Liebster so sehr enttäuscht hatte. "Wenn wir uns verlieben, kann uns das blind machen", so Rowling.
Unter den Fans hat die Nachricht eingeschlagen wie eine Bombe: Auf der "Harry Potter"-Fanseite diskutieren Tausende das Outing – die meisten klatschen Beifall: "Das ist ein weiterer Grund, schwule Männer zu lieben", schreibt beispielsweise Danielle. Einige Kommentatoren merkten allerdings an, dass es nicht nötig sei, die Figuren zu sexualisieren.
Christen kritisieren Outing
Kritik an dem Outing kam von christlich-fundamentalistischen Gruppen, die bereits zuvor vor "Harry Potter" gewarnt hatten, weil die Bücher "unchristliche" Hexerei propagierten. "Ich bete dafür, dass die Eltern endlich aufwachen und sehen, was diese scheinbar harmlosen Geschichten wirklich sind: nämlich Indoktrinierung mit nichtchristlichen Werten", so die US-Aktivistin Laura Mallory, die jahrelang erfolglos dafür kämpfte, Harry Potter aus Schulbüchereien zu verbannen. Ihre medizinische Expertise stellt sie gegenüber "ABC News" unter Beweis: "Ein homosexueller Lebenswandel ist gesundheitsschädlich. Das ist medizinisch erwiesen." Eine Aktivistin der American Family Association sieht das Outing politisch: "Ich denke, Kinderbücher sollte nicht politisch sein, sie sollten unterhalten", erklärte Katie Beach.
Homo-Aktivisten begrüßten die Enthüllung: "Es ist gut, dass Kinderbücher die Wirklichkeit darstellen. Und wir gehören dazu, da wir in jeder Gesellschaft anzutreffen sind", erklärte der britische Aktivist Peter Tatchell gegenüber der BBC. Er hätte sich allerdings gewünscht, dass Rowling die Homosexualität Dumbledores in den Büchern klarer herausgearbeitet hätte: "Wenn das für jeden offensichtlich aus dem Text hervorgeht, wäre das ein klares Signal für Verständnis und Akzeptanz gewesen."
22. Oktober 2007
Links zum Thema:
» The Leaky Cauldron (Fanseite auf Englisch)
Mehr zum Thema:
» Harry Potter wird rebellisch (queer.de vom 12.7.07)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de















