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- 06. November 2007 3 Min.
Berlin (queer.de) - Politiker von SPD, Grünen und FDP sowie der Lesben- und Schwulenverband haben die Fortschritte für Homo-Paare bei der Erbschaftssteuerreform begrüßt, fordern aber die volle Gleichstellung. Rückblick: Gestern hat sich die Bund-Länder-Arbeitsgruppe darauf geeinigt, Eingetragenen Lebenspartnern bei der Erbschaftssteuer den selben Freibetrag wie Hetero-Paaren zu gewähren, nämlich 500.000 Euro (queer.de berichtete). Darüber hinaus müssen Schwule und Lesben allerdings einen weit höheren Steuersatz entrichten als Heterosexuelle.
SPD: Union hat "ideologische Blockade"
"Eingetragene Lebenspartner werden bei der Erbschaftsteuer bisher unzumutbar diskriminiert", erklärte Florian Pronold, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. "In den Verhandlungen der Koalition hat die SPD nun durchgesetzt, dass Lebenspartner zukünftig den gleichen Freibetrag bekommen wie Ehepaare. Damit dürften weit über 90 Prozent der Lebenspartner steuerfrei erben." Er beschuldigte CDU und CSU, eine komplette Angleichung verhindert zu haben: "Aufgrund der ideologischen Blockade der Union bleiben Lebenspartner in Steuerklasse III und haben dort höhere Steuersätze als Ehepartner. Das ist zwar albern, betrifft jedoch nur sehr hohe Erbschaften."
LSU kritisiert SPD
Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) nannten die Entscheidung "einen guten Tag für Schwule und Lesben". Sie verurteilten die Kritik Pronholds and der Union als "Augenwischerei": "Schließlich war es die SPD, die die Menschen noch stärker schröpfen wollte und eine Verdoppelung der Erbschaftsteuereinnahmen auf acht Milliarden Euro propagierte, während in CDU und CSU viele sogar für eine komplette Abschaffung der Erbschaftsteuer eingetreten sind", erklärte LSU-Chef Reinhard Thole. "Das wäre dann auch eine von der LSU begrüßenswerte Gleichstellung durch Wegfall gewesen."
Grüne und FDP: Kein sachlicher Grund für Ungleichbehandlung
Die Grünen nannten die Reform einen "Schritt in die richtige Richtung", die FDP sprach von einem "wichtigen Fortschritt". "Unser beharrlicher Druck auf die Große Koalition hat Wirkung gezeigt", resümierten die Grünen Volker Beck und Irmingard Schewe-Gerigk. Wie der FDP-Abgeordnete Michael Kauch merkten sie aber an, dass es keinen sachlichen Grund gebe, Homo-Paare bei der Erbschaftssteuer anders zu behandeln.
Linkspartei: Steuern sind zu niedrig, gleiche Tarife für alle
Die Linkspartei kritisierte, dass die Erbschaftssteuer nach wie vor zu niedrig sei und forderte eine "Vereinheitlichung der Freibeträge und Tarife unabhängig vom Verwandtschaftsgrad". Zu den Verbesserungen für Schwule und Lesben nahm sie nicht Stellung.
LSVD: "Das sind halbe Sachen!"
Auch der LSVD begrüßte die Einigung. "Jetzt brauchen Lebenspartner wenigstens nicht mehr zu befürchten, dass sie das Familieneigenheim nicht mehr halten können, wenn einer von ihnen stirbt", erklärte LSVD-Sprecher Axel Hochrein. Er schränkte aber mit Blick auf die höhere Steuerbelastung ein: "Das sind halbe Sachen! … Die Union sollte sich in diesem Zusammenhang an die Aussagen in ihrer Grundsatzprogrammatik erinnern und anerkennen, dass auch in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften Menschen füreinander einstehen und verlässlich Verantwortung übernehmen." (dk)
aktualisiert um 16:00 Uhr










nur die generelle belastung ist immer noch kein thema, da ist die pendlerpauschale ect., weitaus wichtiger ! sagt doch eigentlich alles !
wann ist es endlich soweit, das wir diesen herrschaften, die uns ein gleichberechtigtes, menschenwürdiges leben absprechen, für sie folgenreich demonstrieren, das es auch anders geht, indem wir sie anprangern, oder wenigstens mal in den hintern treten, auch den schwulen helfershelfern ?