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  • 08. November 2007 16 2 Min.

Washington (queer.de) – Ein Diskriminierungsverbot von Schwulen, Lesben und Bisexuellen am Arbeitsplatz ist gestern vom amerikanischen Repräsentantenhaus mit 235 gegen 184 Stimmen beschlossen worden – 200 Demokraten und 35 Republikaner stimmten für das Gesetz, 159 Republikaner und 25 Demokraten dagegen. Der "Employment Non-Discrimination Act" (ENDA) wurde vom offen schwulen demokratischen Kongress-Abgeordneten Barney Frank aus Massachusetts eingebracht.

Streit wegen Transsexuellen-Frage

Im Vorfeld hab es Streit, weil nicht wie ursprünglich von den Demokraten geplant auch Transsexuelle mit dem Gesetz geschützt werden sollen. Das Merkmal "Geschlechtsidentität" wurde aber kurz vor der Abstimmung aus dem Entwurf entfernt, weil die Befürworter eine Ablehnung des gesamten Gesetzes fürchteten. Das führte zu heftigen Protesten von Menschenrechtsorganisationen. Auch viele Homo-Gruppen lehnten den Entwurf nun komplett ab, weil er gegen Transsexuelle diskriminiere. Mehrere Abgeordnete erklärten jedoch, den Schutz könne man später in einem Gesetzeszusatz noch anfügen.

Vergleich mit Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre

Der demokratische Abgeordnete John Lewis aus dem Südstaat Georgia verglich während einer vierstündigen Debatte ENDA mit dem Gesetzen zum Schutz von Schwarzen in den 60er Jahren: "Ich habe zu lange und zu hart gegen Diskriminierung wegen Rasse oder der Hautfarbe gekämpft, um jetzt nichts gegen die Diskriminierung unserer schwulen Brüder und lesbischen Schwestern zu unternehmen", so Lewis. "In den 60ern haben wir die Schilder heruntergerissen, auf denen stand: 'Nur Weiße erlaubt' oder 'Nur Farbige erlaubt'. Die Kollegen, die gegen das Gesetz sind, können mir erzählen, was sie wollen: Jemanden zu diskriminieren, nur weil er schwul ist, ist genau die gleiche Art von Diskriminierung. Es wird Zeit für uns, mehr Schilder herunterzureißen."

Mehrere republikanische Abgeordnete argumentierten während der Debatte, dass das Gesetz womöglich verfassungswidrig sei, unter anderem weil es die Versammlungsfreiheit einschränke. Sie nannten ENDA ferner einen Angriff auf freie Religionsausübung und argumentierten, dass dies ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für gierige Anwälte sei.

Das Gesetz muss noch im US-Senat verabschiedet werden. Senator Edward Kennedy (Demokraten) hat bereits angekündigt, einen Entwurf ins Parlament einzubringen. Hier könnte das Gesetz durch einen sogenannten "Filibuster" blockiert werden. Unklar ist auch, ob Präsident George W. Bush sein Veto gegen das Gesetz einlegen wird.

14 Bundesstaaten verbieten derzeit die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen am Arbeitsplatz in Regionalgesetzen – in sieben Staaten werden nur Homo- und Bisexuelle geschützt. (dk)

-w-

#1 hwAnonym
  • 08.11.2007, 16:27h
  • "Ich habe zu lange und zu hart gegen Diskriminierung wegen Rasse oder der Hautfarbe gekämpft, um jetzt nichts gegen die Diskriminierung unserer schwulen Brüder und lesbischen Schwestern zu unternehmen", so Lewis. "In den 60ern haben wir die Schilder heruntergerissen, auf denen stand: ‚Nur Weiße erlaubt’ oder ‚Nur Farbige erlaubt’. Die Kollegen, die gegen das Gesetz sind, können mir erzählen, was sie wollen: Jemanden zu diskriminieren, nur weil er schwul ist, ist genau die gleiche Art von Diskriminierung. Es wird Zeit für uns, mehr Schilder herunterzureißen."

    schön, dass der mann die richtigen zusammenhänge
    aufzeigt. das tut gut. mit diesem geist kann man auch hier gegen die unsichtbaren schilder:
    -nur für bürgerkinder -, -nicht für hartz IV empfänger- angehen.
    errungene rechte, sind nur rechte, wenn sie gelebt werden können. das ausbreiten ökonomischer diskriminerungen, zertstört, behindert und verhindert
    schwules leben.
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#2 madridEUAnonym
  • 08.11.2007, 17:01h
  • @hw: Da haben wir sie wieder, die "guten Amerikaner" wie Lewis, die ein Leben lang für Bürgerrechte kämpfen mussten. Hat man sie einmal erlangt wie bei uns in Spanien, kommt doch tatsächlich aus unseren eigenen schwulen Reihen der erstaunliche Ruf nach "Ordnung": Schmeisst alle Rumänen aus dem Land ! Führt die Todesstrafe wieder ein ! Kippt die Bootsflüchtlinge ins Meer ! Macht keine Reklame für Homosexualität usw......! Ob man sich über den Zusammenhang dieser abstrusen Forderungen im Klaren ist und dass wir dann wieder zuerst über die Klinge springen ?
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#3 AmiInBerlin
  • 08.11.2007, 17:05hBerlin
  • While the fact that the House was brave enough (and, yes, in the US it is brave to speak of LGBT rights) is good news (apart from the fact that transsexuals remain unprotected) and that the Senate is likely to pass a similar bill (then, of course, the House and Senate would need to work out a compromise bill if the two are not identical, which will extend the process), the fact of the matter is that Bush is likely to veto such a bill. Since the House does not have the necessary 2/3 vote (290, unless there are abstentions) to override a veto, and it is not yet known what the Senate's vote will be, it will likely mean that the issue will, in the end, be defeated.

    The only hope is for Bush to sign it - unlikely, since the Republicans still believe that the country needs to be more conservative than it is now. (The Republican presidential candidates are actually campaign based on "Who's more conservative".)

    But, we can still hope. Miracles may occur.
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