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- 09. November 2007 2 Min.
Köln (queer.de) - Der frühere Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat Kirchenvertreter aufgefordert, sich "etwas vorsichtiger" auszudrücken. Insbesondere ging er im "Kölner Stadtanzeiger" auf Kardinal Joachim Meisner ein. Das Kölner Kirchenoberhaupt hatte vor kurzem uneheliche Partner wie Homo-Paare als "im Kern verderblich" bezeichnet. Daraufhin nannte Trittins Parteikollege Volker Beck dem 73-jährigen Katholiken einen "Hassprediger" (queer.de berichtete). Gegen diese Aussage hat Meisner dann eine Einstweilige Verfügung erwirkt, obwohl Beck seine Wortwahl im Nachhinein bedauerte (queer.de berichtete). Trittin forderte nun als "erste Maßnahme" auf, "dass Herr Meisner seine Klage gegen Volker Beck zurückzieht."
"Es war nicht Volker Beck, der gesagt hat, es wäre Herodes gewesen, der die Kinder umbringen ließ, dann Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichteten und in unserer Zeit würden millionenfach ungeborene Kinder umgebracht", erklärte Trittin und erinnerte damit an eine umstrittene Rede Meisners aus dem Jahr 2005.
Christa Nickels gegen Beck und Roth
Kritik an Volker Beck kam hingegen von der früheren kirchenpolitischen Sprecherin der Ökofraktion, Christa Nickels: "Hassprediger und Pol Pot geht gar nicht", erklärte die 55-Jährige. Sie spielt damit auch auf eine Äußerung von Parteichefin Claudia Roth an, die bei einer N24-Diskussion um Kinderkrippenplätze den Augsburger Bischof Walter Mixa in einem Atemzug mit dem kambodschanischen Diktator genannt hatte ("Er redet von Umerziehungslagern, da fällt mir Pol Pot ein").
Nickels erklärte, dass solche Aussagen nicht mit dem Anspruch der Grünen in Einklang gebracht werden könnten, eine gewaltfreie Partei zu sein. Man müsse auch in der Sprache "abrüsten". (dk)














