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- 24. März 2004 2 Min.
Düsseldorf In Düsseldorf hat ein 57-jähriger Frührentner einen Prozess gegen das Ordnungsamt verloren. Ein Beamter hatte ihn im letzten Jahr zweimal beim Sex auf einer öffentlichen Toilette erwischt und ihm Bußgelder von insgesamt 750 Euro auferlegt, da er eine "grob ungehörige Handlung" nach Paragraf 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes verübt habe.
Der Mann, der zur Mittagszeit in den Klappen am Kirchplatz und Jan-Wellem-Platz mit ebenfalls älteren Männern erwischt worden war, erhob dagegen Einspruch und stritt die Taten ab. Auch ein erwischter Sexualpartner, ein als Zeuge geladener Achtzigjähriger, stritt die Tat unter Hinweis auf seine Prostata ab, berichtet die "Rheinische Post".
Der Richter hielt die Handlungen jedoch für erwiesen und wies den Einspruch ab. Laut einem Bericht der "Rheinischen Post" (RP) habe fast jeder der im letzten Jahr bei Kontrollen in öffentlichen Toiletten rund 90 erwischten Männer das Bußgeld bezahlt, das Amt führe mittlerweile nur noch Stichproben durch.
Damals hatte das wissenschaftlich-humanitäre komitee (whk) auf die Aktionen des Ordnungsamt hingewiesen und Düsseldorf als "schwulenfeindlichste Stadt" Deutschlands gebrandmarkt. Die "Rheinische Post" stellte sich in ihrem über den Rentner amüsierenden Bericht freilich auf die Seite des Amtes. Eltern hätten sich an das Amt gewandt, da die Toiletten in der Nähe von Kinderspielplätzen lägen. "Da war viel mehr los, als wir vermutet haben", zitiert die RP Ordnungsamtschef Wolfgang Tolkmitt. Gegen die "Schmuddelzustände" habe das "erfolgreiche Konzept" des Amtes geholfen, urteilt die RP. Tolkmitt: "Es ist besser geworden."
Zuvor war die Stadt Düsseldorf bereits durch die Abholzung von Wäldern im beliebten Cruisinggebiet Hofgarten bekannt geworden. Das Ordnungsamt ging zudem vor zwei Jahren mit Knöllchen gegen vorrangig schwule Naktbadende am beliebten Treffpunkt Angermunder Baggerloch vor - angeblich aufgrund von Anwohnerbeschwerden und einer Bitte vom Flughafen, da "aufgeschreckte Vögel" in Panik in Flugzeuge fliegen könnten.
Für diesen Sommer planen die örtlichen Schwulen und Lesben ihren ersten CSD - ein Protest rechtzeitig vor der Kommunalwahl. Der amtierende CDU-Oberbürgermeister Joachim Erwin (Bild) hatte das Vorgehen in Angermund verteidigt und dabei gesagt, Schwule sollten sich "nach Berlin verlegen". (nb)
Links zum Thema:
» CSD Düsseldorf am 5./6. Juni 2004














