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- 22. November 2007 3 Min.
Der kanadische Kardinal Marc Ouellet hat sich bei Schwulen und Lesben für die Verfolgung entschuldigt – zumindest ein bisschen.
Von Dennis Klein
Das ist ein Novum in der katholischen Kirche: In einem gestern veröffentlichtem offenen Brief hat sich der Erzbischof von Québec-Stadt, Kardinal Marc Ouellet, für die "Fehler" der katholischen Kirche in der kanadischen Provinz vor 1960 bei Schwulen und Lesben und anderen Gruppen entschuldigt. "Ich erkenne an, dass die Engstirnigkeit einiger Katholiken vor 1960 Antisemitismus, Rassismus, Gleichgültigkeit gegenüber Ureinwohnern und Diskriminierung gegen Frauen und Homosexuelle gefördert hat", so der ranghöchste Katholik in Kanada. Diese Fehler hätten das Bild der Kirche beschädigt und einen Keil zwischen die Bevölkerung des französischsprachigen Teils Kanadas und deren religiöse Identität getrieben. "Wir verstehen unsere Fehler jetzt. Bitte vergeben Sie uns für den Schmerz, den wir verursacht haben", erklärte Ouellet.
Homo-Aktivisten kritisieren Kardinal
Obgleich die Entschuldigung ein Fortschritt sei, kritisieren Homo-Gruppen, dass ein simpler Brief nicht ausreicht, die Schuld der Kirche wegzuwischen: "Fühle ich mich besser, weil der Kardinal anerkennt, dass die Kirche die Bevölkerung geschädigt hat? Nicht wirklich, denn der Kardinal bietet keine Lösungen an", erklärte der Homo-Aktivist Michael Hedricks aus Montréal. "Die Kirche hat auch nicht damit aufgehört zu diskriminieren. Erst wenn ich eine Frau als Pfarrerin sehe, kommen wir dem Ende der Diskriminierung näher".
Aktivist Laurent McCutcheon hält den Brief für wertlos, da Ouellet selbst oft genug durch "verunglimpfende und schmerzliche Bemerkungen" gegen Schwule und Lesben polemisiert habe: "Für Homosexuelle klingt das eher nach Manipulation als nach einem Akt der Reue". Der Kardinal hatte sich insbesondere als erbitterter Gegner der Ehe-Öffnung einen Namen gemacht. Er hatte die Homo-Ehe vor zwei Jahren als Diskriminierung von Christen und schädlich für Kinder bezeichnet. Kanada hatte 2005 als erster nichteuropäischer Staat die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete).
Für den Theologen Gilles Routhier von der Laval-Universität in Québec-Stadt kommt der Schritt "überraschend". Er nannte es "merkwürdig", dass sich der Kardinal nur auf die Zeit vor 1960 bezieht: "Er redet also über Dinge, bei denen er nicht selbst mitgewirkt hat und die deshalb keine Auswirkungen auf ihn haben", so Routhier gegenüber "CanWest".
Verhaltenes Lob der Frauenministerin
Lob für den Brief gab es von der Frauenministerin von Québec. Christine St-Pierre von der Liberalen Partei erklärte, der Schritt des Kardinals sei "mutig". "Aber es ist natürlich noch viel zu tun. Insbesondere müssen die Rechte der Frauen innerhalb der katholischen Kirche endlich respektiert werden", so St-Pierre.
Seine Kollegen in der katholischen Führungsriege hüllen sich nach dem Brief in Schweigen. Kein Bischof wollte gegenüber kanadischen Medien zu dem Thema Stellung beziehen. Eine Sprecherin der kanadischen Bischofskonferenz sagte schlicht, dass es jedem in der Kirche frei stehe, seine persönliche Meinung über die Lage der Welt und der Kirche zu äußern.
In Québec hatte die katholische Kirche bis in die 1960er Jahre erheblichen Einfluss auf die politischen Parteien und das Bildungssystem ausgeübt. In der so genannten "Leisen Revolution" ist dieser Einfluss bis heute verloren gegangen. Verschwindend wenige Frankokanadier besuchen noch den Gottesdienst, viele Kirchengebäude sind inzwischen verkauft worden oder verfallen.
22. November 2007















zumindest besteht hoffnung, dass der mitgliederschwund und der priestermangel die nekrophilen betonköpfe in die klemme bringt! ausserdem altersmässig, da war doch noch was ???
wieso nimmt der liebe gott die besten immer so früh zu sich ?