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- 23. November 2007 2 Min.
Kairo (queer.de) - In Ägypten gibt es heftige Kritik an einer neu eröffneten Klinik, die Schwule und Lesben zur Heterosexualität bekehren will. Wie der Nachrichtensender Al-Arabiya berichtet, kritisieren sowohl Homo-Gruppen als auch Homo-Gegner das vom 42-jährigen Doktor Awsam Wasfi eröffnete Behandlungszentrum. Konservative seien gegen die "Behandlung" von Homosexuellen, weil sie diese als Kriminelle ansehen, die hinter Gittern gehörten.
Wasfi erklärte, dass sich viele Homosexuelle eine Behandlung wünschten, da die Gesellschaft sie ablehne. "Im Westen helfen Ärzte Homosexuellen, sich mit ihrer frei gewählten sexuellen Identität zurecht zu finden. Ärzte, die versuchen, Homosexuelle umzupolen können sogar von Homo-Organisationen verklagt werden", so Wasfi.
Der Arzt erklärte, dass niemand schwul oder lesbisch geboren werde. "Das hat entweder soziale Ursachen oder ist das Ergebnis von Misshandlung im Kindesalter", so Wasfi. Eine Behandlung dauere fünf bis sieben Jahre.
Klinik ist nicht zum Cruisen da!
Vorwürfe, dass die Klinik nur ein geheimer Treffpunkt für Schwule sei, wies der Wasfi hingegen zurück. Er habe sogar Patienten der Klinik verwiesen, weil sie den Ort als Cruising-Gebiet auffassten, erklärte er.
Bezugnehmend auf Anschuldigungen, er sei selbst ein versteckt lebender Schwuler, erklärte der Ex-Gay-Doktor: "Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich habe Bilder von ihnen überall in der Klinik aufgehängt", rechtfertigt sich der 42-Jährige.
Schwule in Ägypten können nach "Moralgesetzen" zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden. (dk)














