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  • 26. November 2007 9 2 Min.

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen hat sich in der EU seit 1999 verdoppelt – Deutschland steht noch vergleichsweise gut da.

Von Dennis Klein

Deutschland hat die niedrigste Zahl der HIV-Neudiagnosen pro Kopf in Westeuropa. Das gab die Chefin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Freitag im estnischen Tallinn bekannt.

Für 2006 liegen der ECDC offizielle Zahlen aus 25 der 27 EU-Länder vor, nur aus Italien und Spanien gibt es keine Daten. Demnach wurden in Deutschland 2.718 Neudiagnosen gezählt (32,9 pro eine Million Einwohner). In den Niederlanden waren es 1.070 (65,4 pro eine Million), in Frankreich 5.750 (91,9 pro eine Million) und in Großbritannien 8.925 (148,8 pro eine Million).

Neudiagnosen seit 1999 verdoppelt

In der EU hat sich die Zahl der HIV-Neuinfektionen damit innerhalb der letzten sieben Jahre verdoppelt – von 28,8 Neudiagnosen pro eine Million Einwohner auf 57,5. Die Dunkelziffer liegt noch höher: Die ECDC schätzt, dass rund ein Drittel der HIV-Positiven in der EU nichts von der Infektion weiß.

ECDC-Sprecher Ben Duncan erklärte, dass die steigenden Zahlen in Westeuropa insbesondere auf Einwanderung aus Ländern mit hohen HIV-Infektionszahlen zurückzuführen ist. Das sei in besonderem Ausmaß in Großbritannien und Frankreich der Fall. Aber auch die Zahl der Schwulen, die sich ansteckten, steige wieder kräftig an. "Hier zeigen die Präventionsanstrengungen nicht den gewünschten Erfolg. Die Safer-Sex-Message hat in dieser Gruppe nicht die Wirkung, die wir gerne hätten", so Duncan gegenüber der BBC.

In Osteuropa gibt es große Unterschiede in den Zahlen – vor allem bedingt dadurch, dass in manchen Ländern nur selten HIV-Tests durchgeführt werden. So weist die Slowakei mit 27 Fällen (5,0 pro eine Million) die wenigsten HIV-Neudiagnosen auf, am meisten pro Einwohner sind es in Estland (668 Neudiagnosen, 504,2 pro eine Million).

Mehrheit der Ansteckungen über Hetero-Sex

Insgesamt gab es in der EU den Zahlen zufolge über 26.200 Neudiagnosen. 10.500 Menschen steckten sich über heterosexuellen Geschlechtsverkehr an, 7.200 über homosexuellen. Bei 6.500 Fällen war der Ansteckungsweg unbekannt.

Der größte Problemherd in Europa befindet sich nach Angaben der ECDC allerdings außerhalb der EU: Mehr als zwei Drittel aller Neudiagnosen von HIV in Europa wurden aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion gemeldet. Hier steckten sich überdurchschnittliche viele Menschen durch Drogenmissbrauch an. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in 50 der 53 europäischen Staaten (nach WHO-Definition) ist damit auf einen neuen Rekord von 87.000 gestiegen.

26. November 2007

-w-

#1 bastianAnonym
  • 27.11.2007, 07:48h
  • Deutschland liegt also noch "unter dem Schnitt der EU" - Glückwunsch, dann können wir ja fröhlich "Bareback" weitermachen. Tatsache ist, daß der Schnitt damit trotzdem in Deutschland wieder gestiegen ist und die Zahl der HIV-Neuinfizierten stetig zunimmt. Ein Armutszeugnis für die "Community" !!!

    Ich bin nach wie vor der Meinung, wer ganz bewusst das Risiko durch Bareback beim Cruising, in Darkrooms oder sonst wo eingeht und sich infiziert - diesen Personen gehöre jegliche Unterstützung der Krankenkassen etc. untersagt! Ich ginge sogar soweit, daß dies bestraft werden muss. Wer sich so wenig um sein Leben sorgt und zudem noch mit dem anderer spielt, dem gehört es nicht anders! Sorry, aber meine ganz klare Meinung zu diesem traurigen Thema.
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#2 seb1983
  • 27.11.2007, 09:42h
  • @bastian

    Sorry, aber das kann es doch auch nicht sein.
    Wenn du so anfängst wer kommt denn dann als nächstes? Skifahrer, Autofahrer, Leute die sich im Winter nicht warm genug angezogen haben?? Das kann ja auch alles zu Krankheiten führen.
    Wer so blöd ist und bareback rumvögelt dem ist es auch egal dass die Krankenkasse ihm dann keine Medikamente mehr bezahlt, und wie willst du denn bitte den Ansteckungsweg nachprüfen??
    In Berlin sind 16% aller Schwulen HIV positiv, ich behaupte die meisten davon durch barebacking, damit sind sie genug bestraft.
    Ich muss nicht zusehen wie diese Menschen dann in Szenekneipen rumliegen und ohne Medikamente verrecken, das ist menschenunwürdig!
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#3 Timo1983Anonym
  • 27.11.2007, 10:40h
  • @seb1983

    In der Tat wäre dies sehr menschenunwürdigt. Aber wer sein gesundes Leben BEWUSST durch barebacking verachtet, der hat es dann auch nicht anders verdient.

    Vielleicht muss es sogar soweit kommen, bis uns alles endlich die Augen geöffnet werden! Es kann nicht angehen, dass in der heutigen Zeit bewusst auf den blauen Seiten nach bareback- Sex gesucht wird. Es darf nicht sein, dass wir behaupten "Ich will jetzt meinen Spaß und den habe ich nur ohne Kondom. Ob ich HIV+ bin oder nicht interessiert mich genauso wenig ob ich damit jemanden anstecke oder nicht" (diese Aussagen habe ich so oder so ähnlich leider schon viel zu oft gehört/gelesen!).

    Langsam reicht es wirklich. Wenn wir schon keine Medikamente haben, dass sollte man wenigstens die Ausbreitung verhindern und stoppen und das geht nur, wenn wir alle mit GESUNDEM Menschenverstand vögeln!
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