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- 29. November 2007 2 Min.
Berlin (queer.de) - Das Plattenlabel von Muhabbet hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass der 23-Jährige nicht das schwulenfeindliche Lied "Im Westen" komponiert, produziert oder darin mitgesungen habe. Nach Angaben von Plak Music habe Amok ("ein kurdischer Rapper mit Abitur") den Song geschrieben und Muhabbets Bruder ihn produziert. Muhabbet war in die Schlagzeilen geraten, weil er mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier und dessen französischem Amitskollegen öffentlichwirksam rappte (queer.de berichtete). Das Lied "Im Westen" ("Faggots schwuchteln euren Kopf leer") wurde von einigen Internet-Medien Muhabbet und dessen Bruder $iki PA! zugeschrieben und ist im Internet frei erhältlich.
Maneo: Keine Distanzierung von schwulenfeindlichem Song
"Diese Darstellung der Plattenfirma wirft aber die Frage auf, warum Muhabbet oder sein Plattenlabel in der Vergangenheit anscheinend nicht bemüht waren, anders lautende Quellen zu korrigieren, geschweige denn sich von Songs klar und unmissverständlich zu distanzieren", erklärt aber Bastian Finke vom Berliner Anti-Gewalt-Projekt Maneo.
Plattenfirma: Muhabbet bei Lied für rechtsextreme Organisation nur im Chorus
Muhabbet wurde auch dafür kritisiert, dass er an Liedern beteiligt war, die offenbar Werbung für die rechtsextreme türkische Organisation "Graue Wölfe" machen. Diese fordert eine Groß-Türkei bis nach China und hetzt insbesondere gegen Kurden. Muhabbet habe aber der Plattenfirma zufolge in den betreffenden Songs nur den Chorus gesungen, verantwortlich für Lieder wie "Pakt der Wölfe" und "Wolfzug" sei aber sein Bruder. Außerdem seien diese Songs bereits 2000 und 2001 entstanden.
Die Plattenfirma stellte ferner klar, dass Muhabbet gegen "religiösen Fundamentalismus" sei. Die Pressemitteilung sagt aber nichts über seine Ansichten zu Homosexualität. (dk)
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Die Tatsache, dass sich Muhabbet weder von schwulenfeindlichen Texten noch von den Inhalten der Fascho-Wölfe ausdrücklich distanziert, zeigt mir, dass er letztlich - dahinter steht.