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- 06. Dezember 2007 1 Min.
Wien (queer.de) - Der Gleichbehandlungssprecher der nationalkonservativen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) erklärte, Schwule "wider der Natur veranlagt" und neigten daher zum Kindesmissbrauch. In einer Pressemitteilung zitiert Karlheinz Klement aus einer Studie der Zeitung "Kirche heute". Demnach neigten "Homosexuelle dreimal häufiger zur Pädophilie als Heterosexuelle und damit naturgemäß orientierte Menschen", so der Nationalratsabgeordnete. Schwule seien aus diesem Grund "mit erhöhter Wahrscheinlichkeit" Täter bei Kindesmisshandlungen. Diese Kinder würden wiederum oft selbst homosexuell werden, fährt der 44-jährige FPÖ-Politiker fort. Daher schließt Klement: "Wer die gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare fordert, macht sich indirekt des Kindesmissbrauchs schuldig".
Homo-Aktivisten verurteilen den FPÖ-Politiker scharf: "Die ganze Aussendung disqualifiziert sich eigentlich von selbst", erklärte Hosi-Wien-Chef Christian Högl dem "Standard". "Davon abgesehen, dass es Agitation und Hetze ist, ist es auch inhaltlich Unsinn."
Die rechtslastigen Freiheitlichen wurde bis 2005 de facto vom Kärtner Landeshauptmann (Ministerpräsident) Jörg Haider geführt, bevor sich die Partei wegen interner Querelen spaltete. Bei den Nationalratswahlen 2006 erreichten die Freiheitlichen 11,0 Prozent der Stimmen. Haiders neugegründetes Bündnis Zukunft Österreich übersprang mit 4,1 Prozent knapp die Vier-Prozent-Hürde. (dk)














