https://queer.de/?8024
- 06. Dezember 2007 2 Min.
In Holland wird die Künstlerin Sooreh Hera bedroht, weil sie in ihren Bilder schwule Iraner mit einer Mohammed-Maske zeigt.
Von Dennis Klein
Sie hat Morddrohungen erhalten, das Gemeindemuseum von Den Haag weigert sich seit wenigen Tagen, ihre Bilder wie geplant auszustellen: Die Fotos der 34-jährige iranstämmige Sooreh Hera provozieren, weil sie den islamischen Religionsstifter Mohammed in Zusammenhang mit Homosexualität zeigen. Das Thema ihrer Kollektion: "Adam en Ewald – zevendedagsgeliefden" ("Adam und Ewald – Geliebte des siebten Tages"). Die Öffentlichkeit wird trotz der Absage die Bilder zu sehen bekommen: Ein Museum im südholländischen Gouda hat heute angekündigt, die Ausstellung zu zeigen.
Die beanstandeten Fotos zeigen schwule Flüchtlinge aus dem Iran, die ihr Gesicht mit Masken verbergen, die Mohammed und dessen Schwiegersohn Ali repräsentieren sollen. Seit die Öffentlichkeit von der Ausstellung erfahren hat, erhält Hera Drohanrufe. So hinterließ ein Mann auf ihrer Handy-Mailbox die Nachricht: "Wir haben in Holland schon jemanden umgebracht, bald bist du an der Reihe." Damit wird auf den Mord des Regisseurs Theo van Gogh hingewiesen, der 2004 von einem fanatischen Islamisten in Amsterdam auf offener Straße erstochen wurde.
Dem Stadtmuseum war der Rummel zuviel – es wollte jene Bilder nicht mehr zeigen, auf denen die Mohammed-Maske zu sehen ist. "Die Direktion hat beschlossen, einige Werke der iranischen Künstlerin Sooreh Hera, die in bestimmten Gruppen der Gesellschaft als beleidigend erfahren werden, nicht die Ausstellung aufzunehmen", erklärte das Museum in einer Pressemitteilung am Wochenende.
Doch heute kam die Rettung für die Bilder. Das MuseumgoudA gab bekannt, dass man dort die Werke ausstellen wolle, sogar müsse, um die Freiheitsrechte in Holland zu bewahren. "Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut", erklärte Museumschef Ranti Tjan.
Die Fotografin selbst findet, dass sie jedes dazu habe, das Produkt ihrer künstlerischen Leistung zeigen zu dürfen: "Kunst ist ehrlich. Als Künstlerin darf ich alles machen", erklärte sie gegenüber der Tageszeitung "Standaard". Sie beklagte, dass der Islam "eine Mafia" geworden sei. "Die müssen nicht sagen, wie ich denken soll. Ich darf ihnen doch auch nicht sagen, dass sie nicht in die Moschee gehen sollen."
6. Dezember 2007
Links zum Thema:
» Sooreh Hera
» MuseumgoudA
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de















