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  • 23. Dezember 2007 52 2 Min.

Warum feiern religiöse Themen nach jahrelanger Abstinenz plötzlich wundersame Auferstehung?

Von Jürgen Friedenberg

Gott ist im Gespräch. Bei Schwulen und Lesben, denen der Papst immer noch die Hölle heiß macht, wenn sie ihre Liebe leben, sowieso. Erst recht bei den Mitmenschen, die in etlichen Regionen die Hölle auf Erden erleiden, weil ihre angeblich sündige Liebe brutal verfolgt wird. Neuerdings aber ist Gott Gesprächsthema auch in den Medien. In TV-Talkshows, in der Presse und in den Bestsellerlisten der Buchhändler feiern religiöse Themen nach jahrelanger Abstinenz plötzlich wundersame Auferstehung. Wieso?

Eine allgemeingültige Antwort kann es nicht geben, doch lässt sich der neue Trend vielfältig begründen. Da ist zum einen das unbewältigte Elend der Welt: Machtkampf und Bürgerkriege bis hin zum selbstmörderischen Terrorismus. Da ist zum andern soziale Ungerechtigkeit: der unvorstellbare Reichtum in den Händen weniger und die ungeheure Armut hilfloser Menschenmassen. Da ist zum dritten die Empörung über eine Wirtschaftsordnung, die den Wettbewerb predigt, jedoch den Missbrauch von Marktmacht duldet und den Menschen auf einen Produktionsfaktor reduziert. Da ist schließlich all das Böse, das Menschen anderen Menschen zufügen, und zugleich die Ohnmacht der Opfer, wenn das Böse ungesühnt bleibt. Aus der Sehnsucht nach einer besseren Welt wächst womöglich die Sehnsucht nach einem heilenden Allmächtigen, nach Gott.

Der durch die Globalisierung verschärfte Kampf der Kulturen – vordergründig als Islamisierung bezeichnet, obwohl auch andere Religionen und Geisteshaltungen, etwa der Buddhismus, von der Suche nach Gott oder, bescheidener, nach des Lebens Sinn profitieren – verunsichert viele Menschen, vor allem solche, die gewohnt waren, vertraute Traditionen ungeprüft zu übernehmen. Man sucht Orientierungshilfe, man beklagt die Missstände, überlässt es aber anderen, sie zu beseitigen, bekennt sich zu den Menschenrechten, natürlich zur Liebe und zur Gleichgeschlechtlichkeit. Aber man scheut das persönliche Engagement. Kirchen, Sportvereine, schwule und lesbische Gruppen – sie alle spüren coole Zurückhaltung.

Gott ist im Gespräch. Aus dem Gespräch schöpfen viele Menschen Lebensmut und Tatkraft. Doch man sollte sich nicht täuschen. Noch immer gilt die uralte Lebenserfahrung: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

23. Dezember 2007

-w-

#1 KonstantinEhemaliges Profil
  • 23.12.2007, 12:57h
  • Auf diesen Beitrag möchte ich nur mit einem Zitat von Herrn Friedrich Nietzsche antworten:

    „Gott ist tot: Es existiert keine übergeordnete, ewige Instanz. Der Mensch ist auf sich selbst zurückgeworfen.“
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#2 AachenAnonym
  • 23.12.2007, 13:04h
  • Über Abwesende sollte mann nicht reden...
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#3 josefAnonym
  • 23.12.2007, 16:44h
  • der mensch will den tod nicht akzeptieren,darum hofft er auf ein weiterleben und glaubt krampfhaft auf die aufererstehung ist alles humbock wir sind ein teil von dieser natur,und wenn das hirn abschaltet ist einfach schluss.der mensch wird es erst merken wenn der klimaknall kommt,und der wird kommen.das der jesus mohammed buddah und wie sie alle heissen hirngespinste sind.
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