Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?8097
  • 23. Dezember 2007 11 1 Min.

London (queer.de) - Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair ist zum Katholizismus übergetreten. Das bestätigte sein Sprecher am Samstag. Er hat demnach am Freitag in einer Privatzeremonie in London die Kommunion empfangen.

Blair galt in Homo-Fragen stets als äußerst liberal. So hatte er gegen den erbitterten Widerstand der katholischen Kirche 2005 Eingetragene Partnerschaften eingeführt, die anders als in Deutschland gleiche Rechte und Pflichten wie bei Eheleuten beinhalten (queer.de berichtete). Zudem hat er Margaret Thatchers "Clause 28" abgeschafft, der es Lehrern untersagte, in der Schule über Homosexualität zu sprechen. Außerdem führte seine Regierung ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz ein.

Der Labour-Politiker war bislang Mitglied in der anglikanischen Staatskirche, wie sämtliche anderen Premierminister vor ihm. Seine Familie ist allerdings katholisch. Der oberste katholische Kardinal Cormac Murphy O'Connor begrüßte den Schritt enthusiastisch – obwohl er Anfang des Jahres Blairs Antidiskriminierungsgesetz als Ende der Demokratie bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Konservative katholische Theologen weisen allerdings darauf hin, dass Blair mit seinen liberalen Homo-Einstellungen sowie seiner Unterstützung für Abtreibung und Stammzellenforschung kein guter Katholik sein könne.

Tony Blair war von 1997 bis 2007 britischer Regierungschef. Trotz des Debakels im Irak gilt er als erfolgreichster Labour-Premierminister aller Zeiten. Derzeit ist er britischer Sonderbeauftragter des Nahost-Quartetts. (dk)

-w-

#2 käthe klärschlammAnonym
#3 BesserwisserAnonym
  • 23.12.2007, 21:25h
  • Es ist relativ leicht "erfolgreichster Labour-Premier aller Zeiten" zu sein, da die Zahl der Labour-Premiers überaus übersichtlich ist. Nicht nur in der Außenpolitik hat diese ...... einen Scherbenhaufen hinterlassen, den ihr Nachfolger jetzt ebenso verzweifelt wie erfolglos versucht, halbwegs zu beseitigen. Höchstwahrscheinlich wird Labour die nächsten Wahlen desaströs verlieren - und zwar nicht wegen der Stärke der Opposition, sondern wegen der Politik Blairs, dessen Irak-Abenteuer nicht zuletzt darauf beruhte, daß er sich in historischer, womöglich gar göttlicher Mission wähnte - ganz wie sein Busenfreund Bush. Ich freue mich für die katholische Kirche: Einen wie Blair, dessen Übertritt seit langem erwartet wurde, hat sie wirklich verdient.
  • Direktlink »