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  • 28. Dezember 2007 46 4 Min.

Pflege-Tipps für den Hintern: Mit Rosenwasser macht sogar Rimming mehr Spaß.

Von Carsten Weidemann

Für das männliche Gesicht gibt es mittlerweile jede Menge Cremes gegen schlaffe Haut, Falten, Altersspuren usw. Doch wie hält man als schwuler Mann seinen Hintern in Form?

Grundsätzlich ist es am besten, den Po nicht mit chemischen Produkten überzustrapazieren. Ein wenig Reinigung mit sanfter Seife sowie etwas Hautcreme sind für den täglichen Gebrauch an sich schon ausreichend. Mit der Seife sollte man es dabei nicht übertreiben. Dermatologen raten bei sensibler Haut sogar dazu, bei häufigem Waschen Baby-Seife zu verwenden. Denn diese dürfen dem Gesetz nach bestimmte Duftstoffe, die die empfindliche Haut reizen können, nicht verwenden. Wenn es juckt, sollte auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Natürlich ist es bei sexuellen Kontakten schön, wenn der Hintern sauber und ansehnlich ist. Wer über Seife hinaus seinem Po ein gutes Aroma geben will, sollte dabei nicht zu Deodorants oder After Shave greifen – dieses Zeug ist einfach viel zu aggressiv für die empfindliche Haut.

Stattdessen sollte man Rosenwasser verwenden, das in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich ist. Dabei handelt es sich um Blütenwasser der Rose – es fällt bei der Gewinnung von ätherischen Ölen aus Blume der Liebe quasi als Nebenprodukt an. Es enthält Spuren des ätherischen Öls, besteht aber zum größten Teil aus sanft aromatisiertem Wasser. Das extrem hautfreundliche Extrakt ist frei von Alkohol. Es bewirkt eine angenehme Kühlung und ist sogar leicht desinfizierend – das ist immer gut in einer Gegend wie dem Hintern. Normalerweise wird Rosenwasser bei Massagen oder als Gesichtswasser verwendet. Besonders schön: Selbst beim Rimming stört das Wässerchen nicht – es macht die gesamte Angelegenheit nur angenehmer!

Reinigungscreme selbst gemischt

Noch schöner ist es, sich sein eigenes Reinigungsmittelchen für die vier Buchstaben selbst zusammen zu mischen. Dabei kann man auch individuell auf seine eigenen Bedürfnisse eingehen. Ein klassisches Rezept für eine Reinigungscreme hat Jean Pütz für seine WDR-Hobbythek entwickelt:

50 ml Faetensid
10 ml Fluidlecithin Super
1 ml Teebaumöl
0,5 ml Salbeiöl
1 ml Lavendelöl
60 ml lauwarmes Wasser
1 TL Zitronensaftkonzentrat
3-4 ml Rewoderm HT

Sämtliche Zutaten sind in Apotheken oder vielen Drogeriemärkten erhältlich. Facetensid ist ein Tensid auf der Basis von Zitronensäure. Tenside bewirken, dass sich zwei Stoffe mischen, die das eigentlich sonst nicht tun. In diesem Fall sind das Öl und Wasser. Ein Stoff mit dieser Qualität wird als Emulgator bezeichnet. Facetensid ist zudem besonders haut- und schleimhautverträglich. Auch Fluidlecithin Super ist ein solcher Emulgator. Er besteht zur Hälfte aus Cholinlecithin und aus Distelöl. Die anderen aufgeführten Öle geben der ganzen Mischung ein schönes Aroma und sind – mit Ausnahme des Lavendelöls – sehr hautfreundlich. Lavendelöl kann dagegen manchmal leichte Irritationen auf der Schleimhaut auslösen. Wer sehr sensibel reagiert, sollte diesen Stoff weglassen. Manche Menschen reagieren zudem auf gewisse Öle allergisch.

Natürlich kann man aus der Vielzahl ätherischer Öle seinen eigenen Cocktail zusammenstellen. Dabei sollte nur beachtet werden, dass nicht zu viel ätherisches Öl in einer Creme verwendet werden, da das wieder die Haut reizen könnte. Ein paar Milliliter mehr oder weniger in obigem Rezept machen aber nichts aus. Besonders zu empfehlen: ein paar Tröpfchen Kamillenöl – das ist äußerst wohltuend. Am besten kann man den Apotheker seines Vertrauens nach Duftproben fragen – und dann die besten Produkte für den Hintern zusammenmischen. Man hier einfach nach dem "Try and Error"-Prinzip vorgehen.

Schließlich sorgt in diesem Rezept noch das Rewoderm dafür, dass sich die Creme verdickt. Deshalb sollte dieses Tensid auch immer am Schluss untergerührt werden, bis die gewünschte Dicke erreicht ist. Rewoderm wird auf der Basis von Palm- oder Kokosöl hergestellt. Da dieses Mittel eher basisch ist, sollte noch ein wenig Zitronensaftkonzentrat hinzugegeben werden, um den pH-Wert abzusenken.


Die Illustrationen sind dem hervorragenden Bildband "Rear View II" von Steven Vaschon entnommen. Der Fotograf porträtiert seine Modelle am liebsten von hinten. Erschienen ist der Band im Bruno Gmünder Verlag. Er hat 96 Seiten und kostet 26.95 Euro.

28. Dezember 2007

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-w-

#1 KonstantinEhemaliges Profil
#2 nickiAnonym
  • 28.12.2007, 12:30h
  • Es ist wohl saure-Gurken-Zeit.

    Schon schwierig, sich was einfallen zu lassen, wenn die Weihnachtsansprachen der Politik auch nicht viel her geben. Demnächst hier bestimmt: Beckenbodengymnastik vortentwickelt - die Arschgymnastik...
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#3 SaschaAnonym
  • 28.12.2007, 15:47h
  • @die Miesmacher #1 und #2:

    Wenn ich mir schon 24 Stunden am Tag die ach so geilen Kosmetik- und Pflegetipps der Hetero-Gesellschaft anschauen muss (Das weibliche Geschlecht ist ja sooo unwiderstehlich), dann bin ich doch sehr dankbar dafür, dass wenigstens hier einmal die Schönheit des männlichen Körpers gewürdigt wird.

    Die Bedeutung des Hinterns für die männliche Sexualität, insbesondere der männliche G-Punkt, wird in dieser Gesellschaft ja sowieso bewusst totgeschwiegen und junge Männer damit von vorneherein eines wesentlichen Teils ihrer (potenziellen) Sexualität beraubt.

    Dass sich dann einige Schwule auch noch darüber aufregen, wenn man sich dieser wichtigen erogenen und zudem sehr erotischen Zone des männlichen Körpers endlich einmal etwas genauer annimmt, ist schon wieder bezeichnend für den schwulen Hang zur Selbstdiskriminierung.

    Ich jedenfalls möchte in unserer "sexy" medialen, heteroaggressiven Welt endlich sehr viel mehr männliche, knackige, kantige, muskulöse Hintern sehen und nicht immer nur wässrig-fettige Rundungen.

    Die Hetero-Gesellschaft weiß schon, warum sie die Geilheit des männlichen Körpers derart konsequent unterminiert - nämlich gerade um zu verhindern, dass einige oder gar recht viele Jungs und Männer vielleicht jenseits der heteronormativen "Ideale" auf sexuelle (Selbst-) Entdeckungsreise gehen könnten...

    @queer.de: Kompliment für diesen gelungenen Beitrag! Bitte sehr viel mehr davon (bildlich und textlich)!
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