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- 04. Januar 2008 2 Min.
Wieder einmal sind es die Fruchtfliegen, die in Experimenten schwul gemacht werden. Diesmal mit Alkohol.
Von Carsten Weidemann
Aus dem Alltag wissen wir: Man kann sich so manchen Kerl schön saufen, und landet dann mit jemanden in der Kiste, über den man sich am nächsten Morgen eher wundert. Und es sind auch Fälle bekannt, in denen erklärte Heteros nach Alkoholkonsum plötzlich offen sind für homosexuelle Erfahrungen. Die Wissenschaft ist nun der Frage nachgegangen, was passiert, wenn dauerhaft Alkohol konsumiert wird. Allerdings standen hier nicht Menschen im Mittelpunkt des Testes, sondern Fruchtfliegen.
Denn deren Sexualverhalten änderte sich im Dauerrausch ordentlich, wie die Forscher der Pennsylvania State University festgestellt haben. Die alkoholisierten Insekten umwarben nicht mehr nur Männchen, sie machten sich auch an Männchen heran. Und je regelmäßiger sie hochprozentiges bekamen, desto intensiver wurden die schwulen Balzrituale. Sowohl drei Gene, als auch der Botenstoff Dopamin im Hirn ist für diese Geschlechtsverschiebung verantwortlich, fanden die Wissenschaftler heraus.
Eine weitere erstaunliche Erkenntnis: Wenn die Tiere älter sind, steigen sie im Rausch häufiger auf das eigene Geschlecht um, als frisch geschlüpfte Fruchtfliegen. Was sich genau abspielt im Gehirn, wenn es unter dem Einfluss von Alkohol steht, dass ist noch ein weitergehend zu erforschendes Gebiet. Forschungsleiter Kyung-An Han hofft jedenfalls, mit dieser Grundlagenuntersuchung auch Rückschlüsse auf das menschliche Sexualverhalten und auf Alkoholismus ziehen zu können. Daraus sollen Modelle für die Suchtforschung und später auch einmal für die Suchtprävention entwickelt werden.
03.01.2008
Mehr zum Thema:
» Warum sind wir schwul?















besser als asexuelle Arbeiterkaste:
www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26969/1.html
oder schwanger...
DER SPIEGEL (51/2007)
FORTPFLANZUNG: Stille Post vom Fötus
Eine Schwangerschaft verändert werdende Väter viel stärker als gedacht: Sie werden offenbar von Pheromonen aus dem Leib der Partnerin eingenebelt - und verwandeln sich in Softies.
Stellt sich die Frage, ob Gerüche über die Nase der
Mutter auch auf den Fötus wirken.
epigenetik !