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- 10. Januar 2008 3 Min.
Der NDR hat fünf Kandidaten gefunden, die Deutschland vertreten wollen: Sie sind solide, aber zum größten Teil nicht besonders aufregend.
Von Dennis Klein
Letztes Jahr waren es noch drei, 2008 kämpfen fünf Kandidaten um den deutschen Platz im Finale des Eurovision Song Contest. Das gab der Norddeutsche Rundfunk heute bekannt. Als Favorit am 6. März gilt die Retortenband No Angels, der pubertierende Mädels mehrfach auf Platz 1 der deutschen Charts geholfen haben. Sie tritt die Nachfolge der ebenfalls gecasteten und ebenso seelenlosen Gruppe Monrose an, die letztes Jahr überraschend Roger Cicero unterlegen war (queer.de berichtete). Außerdem dabei: Der Schmusesänger Tommy Reeve (erste Single: "I'm sorry"), Musicalstar Carolin Fortenbacher ("Mamma Mia") sowie die Popband Marquess, die mit einem spanischsprachigen Sommersong ins Rennen geht. Zuletzt brachten sie es mit dem Hit "Vayamos Compañeros" bis auf Platz 2 der deutschen Charts.
Musikalisch am interessantesten ist wohl die Teilnahme der Gruppe Cinema Bizarre, die vom NDR als Band "zwischen Glamrock und Transgender" charakterisiert wird. Die fünf Jungs zwischen 19 und 23 Jahren orientieren sich in ihrem Outfit an japanischen Anime-Figuren, ihre Musik aus Gitarrenklängen und Elektropop erinnert an New Wave. Ihr bislang erfolgreichstes Lied "Lovesongs (They Kill Me)" kletterte in den deutschen Charts bis auf Rang 9, ihre im Oktober veröffentlichte erste Platte erreichte ebenfalls den 9. Platz. Insbesondere wegen ihrer Optik werden die Jungs mit Tokio Hotel verglichen, die ebenfalls beim Label Universal unter Vertrag stehen.
Sprachlich scheint er NDR dem deutschen Zungenschlag nicht mehr so recht zu trauen. Nur Carolin Fortenbacher wird ein Lied in ihrer Muttersprache singen, Marquess wird erstmals versuchen, Deutschland auf Spanisch zu vertreten. Die drei anderen Teilnehmer trainieren ihr "Tie-Ätsch" auf Englisch.
Bessere Sänger bei Stefan Raab
Bleibt abzuwarten, wie gut die Qualität der fünf Teilnehmer sein wird (die Casting-Band No Angels klingt ohnehin immer gleich). Eines zeigt sich aber auch dieses Jahr wieder: Die besseren Acts sammeln sich bei Stefan Raabs Konkurrenz-Veranstaltung "Bundesvision Song Contest", der am 14. Februar live auf Pro Sieben ausgestrahlt wird. Neben der innovativen neuen Rockband Nevada Tan, die für Schleswig-Holstein ins Rennen geht, treten auch so unterschiedliche deutsche Stars wie Laith Al-Deen (Baden-Württemberg), Clueso (Thüringen) und die Sportfreunde Stiller (Bayern) an. Auch die hochgelobte Indie-Band Madsen (Niedersachsen) singt lieber für den Bundes- als den Eurovision Song Contest. Alle Interpreten werden hier auf Deutsch antreten. Die Lieder werden ab dem 21. Januar in der Sendung "TV Total" vorgestellt.
Eurovision Song Contest – Vorentscheidung live aus Hamburg am 6. März um 20:15 Uhr im Ersten – Finale live aus Belgrad am 24. Mai um 21:00 Uhr im Ersten.
Bundesvision Song Contest live aus Hannover am 14. Februar um 20:15 Uhr auf Pro Sieben.
10. Januar 2008
Links zum Thema:
» Eurovision Song Contest (NDR)
» Bundesvision Song Contest (Pro Sieben)
Mehr zum Thema:
» Die beste Band der Welt (queer.de vom 30.5.07)
» Wirbel um 'Ostmafia-Grand-Prix' (queer.de vom 14.5.07)















Und zum Thema Sprache kann ich nur sagen, dass wenn wir in diesem Leben nochmal den ESC gewinnen wollen, unser Lied nun mal in Englisch gesunden werden muss. Anderst werden wir wohl keine Chance haben. Das beste Beispiel sind doch die Franzosen: singen Jahr für Jahr in ihrer Landessprache und was hat es ihnen gebracht?... Gar nix, schaut euch doch mal deren Ergebnisse an, die haben noch weniger gerissen als wir!
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen VE und dem besten Lied das Ticket nach Belgrad...