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- 10. Januar 2008 1 Min.
Warschau (queer.de) - Der neue polnische Regierungschef Donald Tusk hat angekündigt, keine Reformen für Schwule und Lesben einzuläuten. "Es wird keine Legalisierung von homosexuellen Ehen geben und der Ministerrat wird sich erst gar nicht mit dem Thema beschäftigen", erklärte seine Regierungssprecherin Agnieszka Liszka nach Angaben von "Polskaweb". Zuvor hatte eine Homo-Gruppe der neu gewählten Regierung einen fertig vorbereiteten Gesetzentwurf zugesandt, mit dem die Rechte von Schwulen und Lesben auf europäisches Niveau gehoben werden sollte. Als Grund für die Abfuhr wird die ablehnende Haltung der polnischen Bevölkerung genannt.
Allerdings wolle die Regierung kleine Zugeständnisse machen. So solle die Möglichkeit eines CSD durch die Warschauer Innenstadt ab 2010 garantiert werden. Selbst das ist allerdings der ehemaligen Regierungspartei LPR zu viel. Ex-Vizeminister und Europaabgeordneter Wojciech Wierzejski erklärte mit Blick auf den CSD: "Es erwartet uns ein Heer von Kinderschändern und ein Tsunami der Unzucht." Er bezeichnete Schwule als "mächtige Gruppe von Personen mit psychischen Störungen". Er empfiehlt, dass sich ein "Chefarzt für Tierheilkunde"
Homosexuellen annehmen solle.
Der Konservative Donald Tusk hat im Oktober letzten Jahres die Wahlen gegen den Rechtspopulisten Jaroslaw Kaczynski gewonnen (queer.de berichtete). Kaczynski galt zuvor als schwulenfeindlichster Regierungschef der EU. (dk)














