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- 14. Januar 2008 1 Min.
Warschau (queer.de) – Die Staatsanwaltschaft in Warschau hat Ermittlungen gegen den Vizechef der rechtsgerichteten Liga Polnischer Familien (LPR) aufgenommen, weil er Daten von angeblich Homosexuellen auf seiner Homepage veröffentlicht hatte. Wojciech Wierzejski hatte 2004 die Namen und Mail-Adressen von 24 Personen im Internet bekannt gegeben, die er als "schwul" bezeichnete. Viele von ihnen hatten zuvor Wierzejski wegen dessen Ablehnung des CSDs in Warschau kritisiert.
Der 31-Jährige hat auch in den Jahren, als seine LPR in der Regierungskoalition vertreten war, heftig gegen Schwule und Lesben polemisiert. So erklärte er anlässlich des CSDs 2006: "Falls die Perversen anfangen zu demonstrieren, sollte man sie mit Knüppeln verprügeln" (queer.de berichtete).
Die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2004 nach einer Anzeige Ermittlungen aufgenommen. Weil Wierzejski im selben Jahr ins Parlament einzog, genoss er allerdings Immunität. Bei den Neuwahlen im Oktober letzten Jahres scheiterte die LPR aber klar an der Fünf-Prozent-Hürde. Derzeit ist Wierzejski Europaabgeordneter in Straßburg. (dk)














