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  • 15. Januar 2008 36 1 Min.

Wien (queer.de) – Ein Wiener Gericht hat heute entschieden, dass das Wort "Berufsschwuchtel" keine Beleidigung darstellt. Der FPÖ-Politiker Dimitrij G. hatte vergangenes Jahr in einem Kommentar in der Wochenzeitung "Zur Zeit" den 44-jährigen Gery Keszler, Organisator der Aids-Benefizveranstaltung Life Ball, mit diesem Wort beschimpft. Daraufhin klagte Keszler. Richterin Brigitte Zeilinger erklärte nach Angaben des "Standard", "Berufsschwuchtel" sei in diesem Fall "zu wenig beleidigend, um die Meinungsfreiheit außer Kraft zu setzen".

G., der persönlicher Mitarbeiter eines Europa-Abgeordneten der rechtspopulistischen FPÖ ist, hatte den Life-Ball-Organisator angegriffen, weil "das jemand ist, der ständig seine geschlechtliche Orientierung zur Schau trägt wie ein Adelsprädikat". Das Wort sei daher als "Stilmittel der Übertreibung" zu sehen. Dieser Argumentation folgte Richterin Zeilinger. Weil Keszler massiv in der Öffentlichkeit stehe, müsse er sich "auch öffentliche Kritik gefallen lassen", erklärte sie. Zwar sei der Kommentar "böse gegen Homosexuelle geschrieben", das decke sich aber noch mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung.

Keszler will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Er nannte den betreffenden Ausdruck "ein widerliches Schimpfwort" und "vulgär". (dk)

-w-

#1 BjörnAnonym
  • 15.01.2008, 17:58h
  • Schön, daß man nun selbst in der Bundesrepublik - wo man österreichische Politik eigentlich nie zur Kenntnis nimmt - weiß, was irgendein FPÖ-D*** in einem rechtslastigen Käsblättchen zusammengeschmiert hat. Aber es gilt natürlich noch immer: Viel Feind - viel Ehr'.
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#2 joshAnonym
  • 15.01.2008, 18:23h
  • tut mir leid, so leicht kann man das nicht nehmen, finde ich. erinnert euch an moskau wo ähnliche urteile gefällt wurden. ja viel feind , viel ehr. aber auch was für eine welt rückwärts in der das diffamieren und beleidigen von schwulen juristisch erlaubt ist.
    zum glück ist die würde des menschen unantastbar. ha!

    was ist der nächste schritt?
    muss wer sich abends im wiener stadtpark rumdrückt dann "hinnehmen" dass er zum schwulenklatschen rechtsradikaler ein willkomenes opfer ist?
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#3 wolfAnonym
  • 15.01.2008, 18:43h
  • möchte mal wissen, was die herren sagen, wenn man sie als nazischwengel bezeichnen würde !
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