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Einzelkommentar zu:
Schwule Liebe im Vatikan


#2 gerdAnonym
  • 18.01.2008, 09:32h
  • Das Buch dürfte bestimmt interessant sein und gerade auch für homosexuelle Männer interessant sein. Insofern freut mich dieses Buch.

    ABER eines unterschätzt der Autor doch gewaltig: die Auswirkungen der homophoben Haltung des Vatikans auf die Zusammensetzung und dem Nachwuchs homosexueller Studenten als katholische Priester in Europa.

    Ich kenne auch drei ältere schwule katholische Priester (Mitte 40 und aufwärts) in Deutschland; dort finden sich noch ab der Altersstufe Mitte 40 auch viele homosexuelle Priester. Meine Beobachtung, da ich zur Generation Mitte 30 gehöre, geht dahin, dass unter 40 in Europa die Zahl homosexueller Priester stark nachläßt und damit gekoppelt die Anzahl an Priesteramtsnachwuchs zurückgeht. Das liegt insbesondere an der gesellschaftlichen Liberalisierung in Nord-/Westeuropa und der Tatsache, dass viele schwule katholische Studenten aufgrund der Eingetragenen Lebenspartnerschaft sehr bewusst vom Priesteramtsstudium sich frühzeitig verabschieden. Im Gegensatz zur Generation Mitte 40 und aufwärts rutschen dort kaum noch homosexuelle Studenten in das Priesteramtsstudium nach. Die homophobe Aussenwirkung des Vatikans und dessen offener Kampf gegen die Homo-Ehe in den letzten zwanzig Jahren hat dazu geführt, dass die Priesteramtskandidaten ausblieben. Homosexuelle Studenten gehen heute einen anderen Studien- und Lebensweg und da kann ich gleich mehrere Fälle in Münster, Paderborn, Osnabrück oder Hildesheim nennen, wo das so gelaufen ist. Der heutige Priesternachwuchsmangel kommt nicht von ungefähr und das scheint der Autor, da er einer älteren Generation als ich angehöre, nicht ausreichend mitzubekommen.

    Die Priesteramtskandidatenzusammensetzung und insbesondere -anzahl hat sich massiv verändert im Vergleich zur Zeit, auf die der Autor sich anscheinend bezieht.

    Und ehrlich gesagt- so wie sich der Vatikan sich in den vergangenen Jahrzehnten gegenüber homosexuellen Paaren verhalten hat, bin ich froh, dass ich kein katholischer Priester geworden bin.
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