Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=8184
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Schwule Liebe im Vatikan


#4 TomAnonym
  • 19.01.2008, 12:33h
  • ...

    bezüglich der Äußerungen des Autors zur Haltung Benedikts bezüglich der moraltheologishen Bewertung von Homosexualität und homosexuellen Priestern möchte ich aber doch entschieden widersprechen.

    Papst Benedikt XVI. hat im ersten von ihm autorisierten (!) Dokument seiner Amtszeit "Menschen mit tief sitzenden homosexuellen Tendenzen" den Zugang zu einem Beruf in der Kirche versperrt. Dieses Dokument ist und bleibt ein Skandal und zeitigt nun natürlich Konsequenzen, die auch in den Aussagen des Buchautors ihren Niederschlag finden: auf die sehr zahlreichen schwulen Priester- und Ordensleute hat sich nämlich der Druck inzwischen so sehr verstärkt, dass man in der Kirche geradezu von einem "Klima der Angst" sprechen muss (es gibt seither übrigens sicher nicht weniger schwule Priesteranwärter, die aber, wenn sie Priester werden wollen, um ihrer Karriere willen zu ihrem Schwulsein niemals stehen werden- auch vor sich selbst nicht- die Konsequenzen einer solchen dauerhaften Nichtintegration kann man bei jedem guten Psychologen nachlesen, die praktischen Konsequenzen einer dauerhaften Verdrängung haben ja in St. Pölten ihre erschreckenden Folgen längst gezeitigt...). Um an dem Dilemma der je eigenen Loyalität zu Kirche und Papst und dem immer eindeutig werdenden homophoben Kurs Benedikts nicht zu zerbrechen, wird eben jetzt an den doch sehr eindeutigen Dokumenten Benedikts heruminterpretiert ("sie richteten sich gegen die Missbrauchsfälle in USA, Benedikt zeige sich doch in moraltheologischen Fragen eher zurückhaltend etc."). Benedikt hingegen hat in seiner jüngsten Zurechtweisung des Jesuitenordens keinen Zweifel daran gelassen, dass für ihn praktizierte Homosexualität eine schwere Sünde darstellt, indem er den Ordensgeneral aufgefordert hat, in dieser und anderen Fragen wieder zur Einheit mit dem Papst zurückzukehren.

    Mir tun vor allem die sehr zahlreichen schwulen Priester leid, die in dieser zunehmend reaktionären Kirche unter Papst Benedikt ihren aufreibenden Dienst tun mussen und dafür einen hohen Preis bezahlen: nämlich durch die Politik Benedikts auch vor sich selbst und ihren Gemeinden ein Leben der Lüge führen zu müssen, weil sie zu ihrer eigenen Identität - und damit letztlich zu ihrer persönlichen Wahrheit als von Gott geschaffene homosexelle, zölibatäre Männer- nicht stehen dürfen. Für diese gilt es zu beten, dass Gott ihnen beistehe und Kraft verleihe, ihren Dienst weiter zu tun. Die Gemeinden brauchen sie nämlich dringend- als einfühlsame Seelsorger und als Männer Gottes.
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel