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- 24. Januar 2008 2 Min.
Hamburg (queer.de) – Die Hamburger Kulttranse Olivia Jones hat wegen der knappen Wahlprognosen ihre Kandidatur für die Hamburger Bürgerschaft zurückgezogen. Grund: Sie will den Grünen keine Stimmen wegnehmen. Der Sinneswandel kam beim Sammeln der nötigen Unterstützungsunterschriften für ihre Kandidatur: "Viele Wähler haben mir ins Gesicht gesagt: Normalerweise wähle ich ja die Grünen, aber diesmal wähle ich dich. Das wäre genau das gewesen, was ich mit meinem Nichtwähler-Wahlkampf nicht gewollt habe", meint Deutschlands bekannteste Drag Queen, "denn die Grünen stehen mir politisch sicherlich am nächsten. Und auch, wenn ich bestimmt keine echte Konkurrenz bin, könnten ein paar hundert Stimmen bei dem prognostizierten knappen Ergebnis schlimmstenfalls Wahl entscheidend sein."
Sie verweist darauf, dass Hamburg bereits schlechte Erfahrungen mit Protestwählern gemacht habe. "Ein zweites Schill-Trauma möchte ich nicht erleben", so Jones. Innensenator Ronald Schill (Schill-Partei) musste 2003 seinen Hut nehmen, weil er Bürgermeister Ole von Beust (CDU) mit dessen Homosexualität erpressen wollte. Es war zuvor weithin bekannt, dass der Bürgermeister schwul ist, allerdings wurde das in den Medien nie debattiert. Nach dem Skandal erreichte die CDU 2004 die absolute Mehrheit, während die Schill-Partei in die Bedeutungslosigkeit abstürzte.
Nach einer neuen Umfrage von election.de kann Rot-Grün darauf hoffen, Beust abzulösen. Demnach erhielte die SPD 38 Prozent und die Grünen 13 Prozent. Die CDU würde lediglich 37 Prozent erreichen, die FDP fünf Prozent. Die Linkspartei käme auf sechs Prozent und zöge erstmals in die Bürgerschaft ein. Trotzdem hätten SPD und Grüne eine knappe Mehrheit. Die Hamburger werden am 24. Februar an die Wahlurne gehen.
Bei der letzten Bürgerschaftswahl konnte Olivia Jones immerhin 0,5 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen (queer.de berichtete). (pm/dk)
Links zum Thema:
» www.olivia-jones.de














